
Mögliche Gründe des Scheiterns
Accell-Group: Spekulationen nach Paukenschlag
Als die Meldungen die Runde gemacht haben, dass die Wettbewerbsbehörden Grünes Licht für eine geplante Übernahme durch die DuTech Holdings gaben, schien es für viele nur eine Frage der Zeit, bis diese Transaktion vollzogen wird.
Doch jetzt konnte man sich offenbar nicht einigen, die Accell Group steht ohne einen neuen Investor da, den man jedoch dringend braucht, um das krisengeschüttelte Unternehmen in die Zukunft führen zu können
velobiz.de berichtete
. In den Niederlanden hat die Accell Group deshalb einen Zahlungsaufschub beantragt, dem zunächst entsprochen wurde.
Wie bei solchen großen Ereignissen üblich, wird in den sozialen Medien bereits diskutiert und spekuliert über die Gründe des Scheiterns. Womöglich war Investor DuTech der letzte Strohhalm, an den sich die Accell Group klammerte. Eine gängige Meinung ist, dass ein potenzieller Käufer nach einem harten Schuldenschnitt, sprich einem Insolvenzverfahren, deutlich günstiger zugreifen könnte. Nach diesem Beispiel liefen in der Vergangenheit in vielen Branchen immer wieder Übernahmen ab. Die Zeche zahlen dann aber Lieferanten, Gläubiger und Steuerzahler. Auch zu hören ist die Vermutung, dass die in den Niederlanden zuletzt angekündigte Sammelklage gegen Accells Lastenradhersteller Babboe velobiz.de berichtete das Scheitern mitverursacht haben könnte. Eine drohende Zahlungsverpflichtung in noch unbekannter Höhe ist naheliegend ein schlechtes Verkaufsargument.
So oder so dürfte die Suche nach einem passenden Investor eine Herkules-Aufgabe gewesenen sein, nicht zuletzt aufgrund der Komplexität des Konzerns mit der Vielzahl an internationalen Tochterunternehmen und der großen finanziellen Herausforderungen, mit denen sich der Fahrradhersteller in den vergangenen Monaten konfrontiert sah. Die zuletzt umgesetzte Zentralisierung verschiedener Verwaltungsbereiche dürfte es auch schwieriger machen, einzelne Marken von Accell einzeln zu veräußern. Zuletzt war das mit den eher kleineren Accell-Marken Van Nicholas und Nishiki gelungen velobiz.de berichtete .
Mit einer Insolvenz der Accel Group in den Niederlanden und der internationalen Tochtergesellschaften drohen auf alle Fälle weitreichende Folgen für die Zulieferer, die womöglich auf Rechnungen von gelieferten Rahmen, Antriebssystemen oder Teilen sitzen bleiben. Fachhändler, die für die kommende Saison auf Modelle der Accell-Marken gesetzt haben, stehen jetzt vor einer großen Unsicherheit, was Planung und Vororder angeht. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass in den kommenden Monaten ein weiter Schwung von Pedelecs und Fahrrädern der Accell-Marken den Markt fluten und das ohnehin schon angespannte Preisgefüge belasten könnte.
Insofern wird es wichtig sein, dass die Accell Group die von CEO Jonas Nisson in der jüngsten Mitteilung angesprochene Klarheit schaffen kann, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten.
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