
Geschäftsbetrieb läuft weiter
Böttcher Fahrräder GmbH stellt Insolvenzantrag
Die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben jetzt auch den traditionsreichen Fahrradhersteller Böttcher in eine finanzielle Schieflage gebracht. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1851 zurückreichen, einen jährlichen Umsatz von rund 18,1 Mio. EUR. Erst kürzlich wurde die Marke BOETTCHER neu positioniert und das Produktportfolio im Bereich individuell konfigurierbarer Fahrräder sowie vollständig ausgestatteter Modelle weiterentwickelt (velobiz.de berichtete) .
Doch das Unternehmen braucht Investoren, um den eingeschlagenen Weg weiterführen zu können. Vor dem Amtsgericht Meldorf hat das Unternehmen vor wenigen Tagen den Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Rechtsanwalt Vanja Alexander Kovacev von der internationalen Wirtschaftskanzlei CMS wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Böttcher Fahrräder GmbH bestellt. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens mit Sitz in Wesseln bei Heide in Dithmarschen wird vollumfänglich und uneingeschränkt fortgeführt. Die Gehälter der knapp 100 Beschäftigten werden zunächst für drei Monate durch das beantragte Insolvenzgeld gesichert.
Zum Stand der Dinge sagt Kovacev: „Die Geschäftsführung hat bereits vor dem Insolvenzantrag umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und insbesondere einen strukturierten Investorenprozess angestoßen. Darauf können wir unmittelbar aufbauen“. Und weiter: „Böttcher ist eine international bekannte deutsche Fahrradmarke mit einer langen Unternehmensgeschichte. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir die bestehenden Sanierungsoptionen sorgfältig prüfen und den bereits begonnenen Investorenprozess konsequent fortsetzen. Interessierte Investoren sind ausdrücklich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.“
Auch der laufende Geschäftsbetrieb bleibt von dem vorläufigen Insolvenzverfahren zunächst unberührt, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters. Bereits erteilte Kundenaufträge sollen planmäßig abgearbeitet werden. Zugleich nimmt das Unternehmen weiterhin neue Aufträge entgegen.
Keine Verzögerungen erwartet
„Unsere Produktion und unsere Geschäftsabläufe laufen unverändert weiter. Wir rechnen derzeit nicht mit Verzögerungen bei der Bearbeitung bestehender Aufträge“, sagt Hauke Niemann, Geschäftsführer der Böttcher Fahrräder GmbH. „Auch auf den bevorstehenden Böttcher Bike Days werden wir unsere Kunden begrüßen und neue Aufträge entgegennehmen. Mit unserer neu positionierten Marke und einem vielseitigen Fahrradprogramm sind wir für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt.“
Vorinsolvenzlich wurde die Böttcher Fahrräder GmbH von den Rechtsanwälten Niklas Marwedel und Dr. Christian Mikolajczak von der Restrukturierungskanzlei SJPP beraten.
Der strukturierte Investorenprozess wird von einem Team der Enomyc GmbH unter Leitung von Tim Bauer, Otto Rantzau und Peter Kink begleitet.
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