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Das Ende einer Ära:

Cannondale verlagert Rahmenbau von Amerika nach Asien

Aus Sicht der Wettbewerbsfähigkeit war der Schritt wohl schon lange überfällig, auch wenn er vielen Fans der Marke Cannondale zunächst nicht gefallen dürfte: Als Teil einer neuen Struktur für die Fahrradtöchter des kanadischen Dorel-Konzerns soll ab 2010 die Rahmenfertigung im Cannondale-Werk in Bedford eingestellt werden. Stattdessen werden die Cannondale-Rahmen künftig über ein neues Sourcing-Center auf dem asiatischen Markt eingekauft. Doch das ist nicht die einzige Änderung bei Cannondale und den anderen Dorel-Töchtern.

In den letzten Jahren hat sich der kanadische Dorel-Konzern einen ganzen Bauchladen an Unternehmen in der Fahrradbranche zusammengekauft. Das Portefeuille reicht vom Wal-Mart-Lieferanten Schwinn über die MTB-Ikone GT und die Edelmarke Cannondale bis hin zum kanadischen Bikewear-Schneider Sugoi. Und wenn man die verschiedenen Verlautbarungen aus dem Konzern in den letzten Monaten etwas mit verfolgt hat, dann konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich die Kanadier etwas schwer taten, aus den ganz unterschiedlichen Fahrradtöchtern ein harmonisches Orchester zu formen.

So gesehen kommt die heute von Dorel veröffentlichte Pressemitteilung auch etwas weniger überraschend: In den nächsten Monaten sollen alle Fahrrad-Aktivitäten weltweit in fünf so genannten „Centers of Excellence“ konzentriert werden, die in ihren jeweiligen Feldern oder Aufgaben nicht weniger als die Marktführerschaft erreichen sollen. Damit rücken auch die Marken Schwinn, GT, Cannondale und Mongoose enger zusammen: Die bisher als Cannondale Sports Group bezeichnete Division heißt jetzt Cycling Sports Group und soll am US-Standort Bethel Marketing, Produktentwicklung und Geschäftsführung der vier Marken für den nordamerikanischen Markt vereinen. Bethel soll dabei zu einem „Weltklasse-Innovations-Zentrum“ ausgebaut werden. Der Standort Madison, von wo aus die Marke Schwinn bisher geführt wurde, soll im Gegenzug zum Center für globale Mass-Market-Produkte werden.

Der Schweizer Standort Basel behält hingegen seine Führungsrolle für den europäischen Markt, genauso wie Vancouver in Kanada für den Bikewear- und Accessoires-Markt. Und in Taichung wird künftig die Koordination von Einkauf und Qualitätssicherung konzentriert.

Der vielleicht aus Markt- und Verbrauchersicht gravierendste Schritt wird in der Pressemitteilung fast nur am Rand erwähnt: Die Rahmenproduktion am traditionellen Cannondale-Standort in Bedford wird ab 2010 eingestellt. Somit endet auch die letzte Großserienproduktion von Fahrradrahmen in Nordamerika. Allerdings werden in Bedford weiter Fahrräder sowie auch Headshock-Gabeln assembliert, womit Cannondale seinen Status als einer der wenigen Fahrradhersteller in den USA behält. Darüber hinaus soll in Bedford eines der weltweit besten Prüflabore für Fahrräder entstehen. Das wird jedoch nicht verhindern können, dass dort rund 200 der bisher 300 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

3. April 2009 von Markus Fritsch

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