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NFC-Stecker präferiert:

Deutsche Umwelthilfe bemängelt uneinheitliche Ladestecker

Das Thema begleitet die Fahrradbranche wohl seit dem Aufkommen der E-Bikes. Der fehlende einheitliche Ladestrecker führt in der Praxis zu unnötigen Hürden für die Elektromobilität mit E-Bikes. Nun hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sich anlässlich der Eurobike für eine spezifische Lösung ausgesprochen.

Dass verschiedene Ladestecker am Markt präsent sind, erschwert es aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH), eine öffentliche Ladeinfrastruktur aufzubauen sowie Reparaturen durchzuführen. Außerdem berge es Sicherheitsrisiken und führe zu unnötigem Elektroschrott. Nun positioniert sich die DUH und setzt sich konkret für den sogenannten NFC-Anschluss ein.
Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft erklärt: „Wir haben die möglichen Varianten für einen einheitlichen Ladeanschluss für Elektrofahrräder und Co. verglichen und empfehlen den NFC-Anschluss, der in der IEC TS 61851-3 Serie beschrieben wird, als gesetzlich vorzugebenden Standard. Er eignet sich gut für den Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur, deckt viele Leichtelektrofahrzeugtypen ab, ermöglicht allen Herstellern einen gleichberechtigten Zugang, gewährleistet einen elektronischen Diebstahlschutz und unterstützt die Reparierbarkeit. Solange Politik und Fahrradindustrie hinterherhinken und keinen einheitlichen Standard festlegen, empfehlen wir Kommunen und öffentlichen Beschaffungsstellen individuelle Ladeanschlüsse zu meiden und stattdessen den herstellerunabhängigen NFC-Anschluss zu nutzen.“

CHAdeMO-EPAC vs. NFC-Stecker

Während der ZIV sich zumindest im vergangenen Jahr noch für einen anderen Stecker, die Lösung des „CHAdeMO-EPAC“-Konsortiums, ausspricht velobiz.de berichtete , besitzt der von der DUH präferierte Stecker über den Umweg der CE-Konformität bereits jetzt rechtliche Relevanz. Die Hintergründe wurden auf velobiz.de bereits 2023 ausführlich beleuchtet . Vor allem für Kommunen bietet die einheitliche Lösung große Vorteile.

Anbietern individueller Anschlüsse seien die Kommunen vollständig ausgeliefert, heißt es von der DUH. Öffentliche Ladestellen würden durch diese ausgebremst und zum finanziellen Risiko. Hinzu kommt, dass vermeidbare Ladegeräte die Umwelt belasten. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Elektrofahrräder spielen eine wichtige Rolle bei der Verkehrswende: Sie vereinfachen den Umstieg vom Auto, indem sie lange Strecken, hohe Geschwindigkeiten und bequeme Transporte ermöglichen. Um möglichst viele Menschen zu einem Umstieg zu bewegen, braucht es neben guten Radwegen auch eine einheitliche Ladeinfrastruktur. Während es für das Laden vom Elektroauto mit dem Typ-2 Stecker längst einen gesetzlichen Standard gibt, sind es bei Elektrofahrrädern und anderen Leichtelektrofahrzeugen hunderte verschiedene Ladestecker. Das Nachladen der Fahrräder im öffentlichen Raum wird so zur Herausforderung und deren Alltagstauglichkeit eingeschränkt. Hinzu kommen ein enormer Aufwand und hohe Kosten für Flottenbetreiber von Leihfahrrädern und Lieferdiensten in Städten ohne einheitliche Ladeinfrastruktur. Deshalb fordern wir von EU-Umweltkommissarin Roswall die Festlegung eines einheitlichen Ladesteckers.“
Im [Positionspapier „Einheitlicher Ladeanschluss für Elektrofahrräder und andere Leichtelektrofahrzeuge“[( https://www.duh.de/informieren/ressourcen-und-abfall/oekodesign/elektrofahrraeder/ ) erläutert die DUH ihre Haltung.

30. Juni 2025 von Sebastian Gengenbach
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