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Aufholjagd oder Vollbremsung?

Österreichs Sportartikelbranche schlägt Alarm

Im Sommer konnten Österreichs Sportartikelhändler dank eines starken Bike-Segments verlorenen Boden aus dem letzten Winter gut machen. Doch jetzt drohen wieder neue, coronabedingte Umsatzverluste.

Die Hoffnung war groß, dass mit dem Impffortschritt, klaren Regelungen und frühzeitig abgestimmten Lösungen auf europäischer Ebene ein Totalausfall der Wintersaison 2021/22 verhindert werden kann. „Doch die Saison hängt für den touristischen Sportfachhandel schon am seidenen Faden, bevor sie überhaupt begonnen hat“, so Gernot Kellermayr, Präsident des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs, über die Stimmung in der Branche.

Schon der Teil-Lockdown für Ungeimpfte, der zum 15. November in Österreich gestartet ist und voraussichtlich länger gilt als jener für Geimpfte, trifft den Sportfachhandel offenbar hart. Der Sportartikelverband VSSÖ spricht von einem Rückgang der Kundenzahl im Bereich von 35 % und Umsatzrückgängen von mindestens 30 %.
„Die Umsätze, die jetzt verloren werden, können nicht wieder aufgeholt werden: Wenn die KundInnen ihre Sportartikel nicht im Fachgeschäft kaufen können, kaufen sie im Lebensmitteleinzelhandel oder bei großen Ketten online“, so Kellermayr. „An oberster Stelle steht selbstverständlich, die Gesundheit zu schützen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Fakt ist aber auch, dass die kommenden Monate für viele Familienunternehmen existenzentscheidend sind. Statt aus den vergangenen Lockdowns zu lernen, sind die Fachgeschäfte erneut die Leidtragenden.“

Was es jetzt brauche, sei Planungssicherheit, so der VSSÖ. Einerseits durch eine klare Kommunikation über ein möglichst rasches Lockdown-Enddatum, um einen Totalausfall der Weihnachtseinkäufe zu vermeiden. Andererseits müsse auch die Sortimentsabgrenzung geregelt werden. „Wenn der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin Sportartikel verkaufen darf, muss das im Umsatzersatz für die Fachgeschäfte entsprechend berücksichtigt werden“, so der VSSÖ.

Weitere Herausforderungen

Neben dem Lockdown spricht der VSSÖ noch weitere Herausforderungen an, die den Tagesbetrieb der Sportartikelbranche „massiv einschränken“. Genannt wird an erster Stelle die Durchführbarkeit der 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Dazu heißt es: „Da die Testinfrastruktur in weiten Teilen Österreichs, vor allem in ländlichen Regionen, nicht genügend ausgebaut ist, kommt es zu langen Wartezeiten auf die Testergebnisse. Für die Sportfachhändler ist es vor allem nach dem Totalausfall der vergangenen Saison existenziell, den täglichen Betrieb aufrecht zu erhalten. Bis das Testangebot entsprechend ausgebaut ist, muss das alternative Tragen von FFP2-Masken am Arbeitsplatz möglich bleiben.“

23. November 2021 von Jürgen Wetzstein
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