
Als Teil der Gesundheitsinfrastruktur
ADFC fordert mehr Fördergelder für Radwege
ADFC-Bundesgeschäftsführerin Caroline Lodemann sagt dazu: „Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, verbindet notwendige Wege mit regelmäßiger Bewegung – und investiert so in die eigene Gesundheit und in Prävention. Gute, sichere Radwege bringen mehr Menschen aufs Rad und unterstützen sie darin, aktiv und selbstständig zu bleiben. Jetzt geht es darum, Gesundheit und aktive Mobilität politisch zu verbinden. Radwege sind auch Gesundheitsinfrastruktur. Der ADFC fordert den Bund auf, Radinfrastruktur künftig stärker und langfristig verlässlich zu fördern. Gesundheits- und Verkehrspolitik tragen hier gemeinsame Verantwortung: Wer Menschen zu mehr Bewegung ermutigt, muss auch dazu beitragen, dass sie im Alltag sichere Wege dafür finden.“
Radfahren ist gesund, braucht aber Platz und Sicherheit
Bewegungsmangel ist ein großes gesundheitliches Problem und verursacht laut WHO und OECD allein in Deutschland jährlich zwei Milliarden Euro an Behandlungskosten. Regelmäßiges Fahrradfahren von mindestens 100 Minuten pro Woche reduziert die Gesamtmortalität um 10 Prozent. Ob Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Gesundheit – auf dem Internationalen ADFC-Symposium wurden die konkreten gesundheitlichen Vorteile aktiver Mobilität eindrucksvoll zusammengetragen. „Es geht darum, die gesunden Jahre, die wir haben, zu erhöhen“, sagte Francesca Racioppi von der WHO Europa auf dem Symposium. Prof. Dr. Meredith Glaser vom Urban Cycling Institute Amsterdam machte deutlich, dass jeder gefahrene Radkilometer direkte Prävention sei. Ob Menschen sich gegen das Auto und für das Radfahren entschieden, hänge aber in hohem Maße von den infrastrukturellen Voraussetzungen ab, also von guter, sicherer Radinfrastruktur.
ADFC-Appell vorgestellt
Oliver Blatt (GKV-Spitzenverband), Günter Riemer (AGFK Baden-Württemberg), Dr. Christoph Moeller (Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie) sowie die Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU) und Johannes Wagner (Bündnis 90/Die Grünen) waren sich auf dem ADFC-Symposium einig: Es braucht gute, sichere Radwege, um Bewegung im Alltag zu fördern und um auch die Menschen zu erreichen, die noch nicht auf dem Fahrrad sitzen. ADFC-Bundesvorsitzende Sarah Holczer stellte den ADFC-Appell „Radwege sind Gesundheitsinfrastruktur“ vor: Gesundheit darf nicht länger nur ein positiver Nebeneffekt der Radverkehrspolitik sein. Der ADFC fordert vom Bund, Radverkehrsinfrastruktur stärker und langfristig verlässlich zu fördern – als Verkehrsinfrastruktur und als Gesundheitsinfrastruktur.
Allianzen für mehr Bewegung im Alltag
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass Radwege als Gesundheitsinfrastruktur anerkannt und gefördert werden. Das kann aber nur gemeinsam gelingen. Das Symposium hat dafür einen wichtigen Impuls gesetzt. Jetzt laden wir Akteure aus dem Gesundheitswesen, den Kommunen, der Wissenschaft, der Wirtschaft, dem Sport, der Bildung und weiteren gesellschaftlichen Bereichen ein. Zusammen wollen wir unsere jeweiligen Handlungsmöglichkeiten nutzen, um mehr Bewegung im Alltag zu ermöglichen“, sagte Caroline Lodemann im Anschluss an das Internationale ADFC-Symposium.
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