
Aufträge dank Verkehrspolitik
Anhängerspezialist Hinterher liefert Paketanhänger nach London
Die Länge der Radwege wurde vervielfacht und sorgte für einen deutlichen Anstieg beim Lastentransport mit dem Fahrrad. Diese fahrradfreundliche Verkehrspolitik verschafft nun auch dem Münchener Transportanhänger-Hersteller Hinterher neue Auträge: Ein Dutzend Spezialanhänger für Lieferdienste mit je 700 Liter Transportvolumen gehen an ein Londoner Unternehmen. Für Unternehmensgründer Peter Hornung-Sohner liegen die Vorteile des Konzepts auf der Hand: „Mit unserem Paketanhänger lassen sich Sendungen zu einem im Verhältnis zum Transportvolumen äußerst wettbewerbsfähigen Preis bis zur Haustür bringen – ohne Parkplatzprobleme und Abgase.“ Die Londoner Erfolge zeigen, dass politischer Wille viel bewirkt. Während Deutschland am Verbrennungsmotor festhält, fördern Andere die zukunftsfähigeren Modelle.“
Londons Bürgermeister Sadiq Khan hatte im August einen Meilenstein der städtischen Verkehrspolitik verkündet: „Ich bin stolz darauf, den dramatischen Ausbau des Radwegenetzes geleitet zu haben,“ so Khan. „Dieser Fortschritt ändert die Art und Weise, wie Londoner reisen. Er verbessert die Gesundheit, macht die Luft sauberer und die Stadt grüner“. Anlass der Mitteilung war die Verfünffachung der Radstrecken in der britischen Hauptstadt. Zwischen 2016 und heute steigerten Stadt und Bezirke die Gesamtstreckenlängen von 90 auf 450 Kilometer. Eingriffe in den Autoverkehr wie Citymaut und Straßensperrungen begleiteten den Ausbau der Rad-Infrastruktur. Insgesamt, so die Zählungen der Transportbehörde, wuchs der Radverkehr in diesem Zeitraum um 43 Prozent.
Gleichzeitig gewinnt in der Zehn-Millionen-Stadt auch der Lastentransport per Fahrrad an Bedeutung. Nach Zahlen der Initiative Clean Cities hat der Einsatz von Cargobikes und -anhängern zwischen 2023 und 2025 um 126 Prozent zugenommen. Kampagnenmanager Zak Bond sieht London damit auf einem guten Weg: „Nachdem der Dieselpreis zum ersten Mal die Marke von 2 Pfund (etwa 2,35 Euro) überschreitet, werden sich immer mehr Unternehmen überlegen, wie sie sich von den Spritpreisen unabhängiger machen können – und damit gleichzeitig zu saubereren, grüneren Städten beitragen. Um den Wandel voranzutreiben, fordern wir den Bürgermeister und die Bezirke jetzt auf, Zonen für emissionsfreien Lieferverkehr auszuweisen.“
Verknüpfte Firmen abonnieren
für unsere Abonnenten sichtbar.