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Sanierung geglückt

Asiatischer Investor ermöglicht Neustart der Sprick-Gruppe

Nachdem die Sprick-Gruppe aus Gütersloh Ende des Jahres 2024 die Insolvenzanträge gestellt hatte, vermeldet Rechtsanwalt Axel Geese aus der Bielefelder Kanzlei Streitbörger nun ein Happy-End bei der Sanierung der Sprick-Gruppe samt der polnischen Tochtergesellschaft Sprick Rowery. Welche Zukunftslösung für den Fahrradhersteller erreicht wurde.

Es war ein langer Prozess, der jetzt durch den Insolvenzverwalter zu einem guten Ende geführt wurde. Die asiatische Tri Star Group übernimmt den Geschäftsbetrieb und sichert damit die Zukunft des vollständig entschuldeten Unternehmens, Sprick Rowery Sp. z o.o. Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens am 12. Februar 2026 ist der Weg für den Neustart des über 100 Jahre alten Traditionsunternehmens frei.

Besondere Herausforderung

„Mit dem Einstieg eines starken, global aufgestellten Investors ist es gelungen, das Unternehmen in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten hat diesen wichtigen Schritt ermöglicht“, erklärt der eingesetzte Insolvenzverwalter Axel Geese.
Die besondere Herausforderung lag bei diesem Verfahren in der internationalen Struktur. Das etwa 100-jährige deutsche Traditionsunternehmen aus Ostwestfalen hatte vor mehr als 30 Jahren eine rein polnische Tochtergesellschaft mit Sitz in Świebodzin gegründet, Sprick Rowery Sp. z o.o., seither ausschließlich dort Fahrräder produziert, u.a. auch als Auftragsproduzent für bekannte Fahrradmarken.

Durch den sogenannte COMI (Centre of Main Interest) der Europäischen Insolvenzverordnung konnte ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Bielefeld eröffnet werden, obwohl es sich bei der Schuldnerin um eine polnische Gesellschaft handelt. „Nur weil wir das gesamte Verfahren nach deutschem Recht steuern und ein Insolvenzplanverfahren durchführen konnten, war die Sanierung des Unternehmens überhaupt möglich“, erklärt Insolvenzverwalter Axel Geese und ergänzt, dass die an den Vermögenswerten gesicherten Banken im Rahmen des Verfahrens erhebliche Zahlungen zur Ablösung ihrer Sicherheiten erhalten. Darüber hinaus werden auch auf die ungesicherten Forderungen von etwa 350 Gläubigern mehrere Millionen Euro gezahlt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Standort Polen bleibt erhalten

Wie geht es unter dem Dach des neuen Investors weiter? Mit der Übernahme durch die Tri Star Group ( www.tristarinc.com ) soll Sprick künftig als „Full-Supply-Chain-Anbieter“ agieren. „Mit der Integration von Sprick werden wir unsere industrielle Wertschöpfungskette weiter stärken und strategisch abrunden und damit eine starke Grundlage für ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum schaffen“, erläutert Stacy Zhang den Plan der Tri Star Group. Der Standort in Polen mit seinen rund 250 Mitarbeitern bleibt vollständig erhalten. Durch die enge Anbindung an die asiatische Muttergesellschaft profitiere Sprick künftig von besseren Logistikketten und einem optimierten Risikomanagement, um Abhängigkeiten von Großkunden – wie sie zuletzt zur Schieflage führten – zu vermeiden.
Abschließend sagt Insolvenzverwalter Axel Geese: „Das operative Geschäft in Polen und in Deutschland habe ich im Rahmen des Insolvenzverfahrens über ein Jahr lang ununterbrochen fortgeführt. Ich bin sehr dankbar für die Loyalität der Mitarbeiter und für die Unterstützung des Investors, welche ich in dieser schwierigen Zeit erfahren durfte.“

Heute um 11:13 von Jürgen Wetzstein

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