
Neun Jahre nach dem Start
Bremer Lastenrad-Pionier rollt vor das Insolvenzgericht
Mit einem Team aus erfahrenen Ingenieuren und Enthusiasten hat sich Velo Lab der Entwicklung und Herstellung hochwertiger Fahrräder und Lastenräder verschrieben. Dabei ging das Unternehmen einen eigenen Weg, Nachhaltigkeit stand ganz oben auf der Agenda: Es wurde beispielsweise auf eine lokale Produktion gesetzt, auch das verwendete Aluminium sollte aus lokaler Herstellung stammen, um den CO2-Fußabdruck zu minimieren.
Doch die Rechnung ging nicht auf. Velo Lab hat nun Insolvenz angemeldet, wie Technik-Mastermind Stathis Stasinopoulos, der zusammen mit Jap Kellner an der Spitze von Velo Lab steht, in einem LinkedIn-Post bestätigt. Zuvor hatte der Weser-Kurier über die finanzielle Schieflage berichtet.
Als Gründe für die Insolvenz nennt Stasinopoulos die hohen Produktionskosten in Deutschland und einen hohen Preisdruck und Rabatte in der Branche, welche die Gewinne hat schrumpfen lassen. „Lokale Hersteller wie wir können dieses Spiel nicht mitspielen“, so Stasinopoulos. Den finalen Ausschlag habe dann die zeitgleiche Einstellung der Geschäftstätigkeit von EIT Manufacturing gegeben und der damit verbundene Verlust von erhofften EU-Fördergeldern in Höhe von 50.000 EUR. Hintergrund: EIT Manufacturing ist eine EU-geförderte Initiative und hatte in den letzten fünf Jahren den Aufbau des größten paneuropäischen Innovationsnetzwerks für die Fertigungsindustrie vorangetrieben. Am 10. April wurde jedoch die Einstellung der Tätigkeit verkündet .
Was die Zukunft anbelangt, herrscht vor allen Dingen Unsicherheit. Aktuell erfolgt die Prüfung des Insolvenzantrags und gleichzeitig wird nach potenziellen Investoren Ausschau gehalten. Ob das gelingt ist unklar. Wie Stasionopoulos in den sozialen Medien mitteilt, würden Design und Entwicklung in sein Büro in Athen verlegt und die Produktion „wahrscheinlich“ nach Athen verlagert. Das sei der einzige Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein breiteres Publikum in einem schrumpfenden Nischenmarkt zu erreichen.
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