
Belgisches Start-Up
Carbon-Spezialist Rein4ced ist insolvent
Eigentlich schien Rein4ced alle Trümpfe in der Hand zu haben: Das belgische Start-up versprach eine konkurrenzfähige Fertigung von Carbonrahmen in Europa. Und weil dabei thermoplastisches Carbon zum Einsatz kam, schien auch ein Schritt in Richtung einer Kreislaufwirtschaft möglich. Als erste Marke wollte die Accell-Tochter Ghost Rahmen bei Rein4ced fertigen lassen. Mit Kellys und Focus waren weitere Marken an einer Kooperation mit den Belgiern interessiert. Diese hatten im Februar 2024 noch eine vertiefte Kooperation mit dem deutschen Maschinenbauer Dieffenbacher angekündigt, velobiz.de berichtete . Im Juli 2025 stellte zudem Focus mit dem MTB-Rahmen JAM² NEXT ein spannendes Projekt vor, an dem Rein4ced mitarbeitete, velobiz.de berichtete .
Trotz mehrerer Finanzierungsrunden, die Investorenkapital ins Unternehmen spülte, hat die anhaltende Flaute in der Fahrradbranche nun auch Rein4ced in die Knie gezwungen. Das zuständige Gericht in Leuven hat am 5. Januar das Unternehmen für insolvent erklärt. Die Insolvenzanmeldung erfolgte am 29. Dezember 2025. Als vorläufige Insolvenzverwalterin wurde Ilse van de Mierop aus Brüssel bestellt.
Den Gang vors Insolvenzgericht machte Mitgründer Emmanuël Callens kurz nach dem Jahreswechsel zudem in einem Post auf der Plattform LinkedIn öffentlich. Dort schreibt er, dass sich Ende Dezember die letzten Optionen in Luft aufgelöst hätten, wodurch der Konkurs nicht mehr abzuwenden gewesen sei. Leider halte die Krise in der Veloindustrie an, und man habe nicht rechtzeitig in andere Industrien expandieren können. Ob sich im Zuge des Konkursverfahrens Käufer für das Know-how und den Maschinenpark von Rein4ced Käufer finden werden, bleibt abzuwarten.
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