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Meinungen - Fachhändler wollen besseres Angebot:

»Der Markt für hochwertige Jugendräder ist schlicht unterversorgt«

Fahrradhändler würden gerne mehr und vor allem hochwertigere Kinder- und Jugendräder verkaufen. Doch dies scheitert oft nicht nur an der Preis­akzeptanz der Eltern, sondern vor allem auch am mangelnden Angebot guter Modelle im Markt. So zumindest lautet das Ergebnis einer Umfrage von velobiz.de Magazin im Fachhandel.

Thorsten ­Larschow, Rad & Tour, ­ Cuxhaven

Wir verkaufen zwar Kinder- und Jugendräder, da wir aber in unserem gesamten Sortiment großen Wert auf Qualität legen, ist die Auswahl – besonders bei den Jugendrädern – wirklich überschaubar. Um nicht zu sagen, schlicht nicht vorhanden. Im Prinzip gibt es bei den Jugendrädern nur Stevens, die mit dem ›Kid Sport‹ und dem ›Tour‹ zwei gute Modelle anbieten, nachdem Patria die Produktion des ›Husky‹ eingestellt hat. Deshalb erleben wir es oft, dass Jugendliche bereits ab 10 Jahren schon Erwachsenenräder in den kleinsten Größen nehmen – wenn sie nicht auf die billigen Baumarkträder ausweichen wollen. Die Jungen greifen dabei meist zu einem MTB, die Mädels sind in letzter Zeit den Hollandrädern zugetan – auch wenn diese ihnen eigentlich zu groß sind. Soll ­heißen, der durchaus vorhandene Markt für hochwertige Jugendräder ist schlicht unterversorgt.

Morris Anton, Rückenwind, Leipzig

Hochwertige Kinderräder sind bei uns ein fester Bestandteil des Angebotes. In diesem Bereich konnten wir in den letzten Jahren deutliche Zuwächse erzielen. Natürlich sind die Räder in der Summe erst einmal nicht so entscheidend für den Erfolg des Ladens. Wir sehen aber, dass wir mit dem Verkauf von gut passenden Kinderrädern auch einen Vertrauensvorschuss für das nächste Rad der Eltern erzielen. Wir haben uns auf hochwertige Alltagsräder spezialisiert und sehen die von uns angebotenen Kinderräder ganz klar als Investition in die Zukunft.

Lothar Könekamp, Radlager Nirala, Köln

Wir sind ein Alltags- und Familien-Fachgeschäft, deshalb ist ein gutes Sortiment an Kinder- und Jugendrädern bei uns selbstverständlich. Wir haben festgestellt, dass Familien sehr treue Kunden sind: Wenn sie einmal zu ihrer Zufriedenheit beraten wurden und die Qualität sie überzeugt, kommen sie gern wieder. Aber auch für uns ist die Qualität ein wichtiges Auswahl­kriterium, denn nur mit qualitativ hochwertigen Rädern lässt sich auch wirklich Geld verdienen, das sonst schnell bei der Erstmontage und den Reklamations-Reparaturen draufgeht. Allerdings ist es ein echtes Problem, dass es nur sehr wenige Anbieter für hochwertige und innovative Kinder- und Jugendräder gibt.

Rosanna Hopp, Fahrradladen Mehringhof, Berlin

Wir haben bei uns im Geschäft, dessen Schwerpunkt auf Freizeit- und Alltagsmobilität liegt, eher Jugend-, denn Kinderräder und selbst von denen verkaufen wir nicht all zu viele. Kinderräder aus dem Fachhandel sind vielen Familien schlicht zu teuer. Das Geld ist es ihnen oft nicht wert, da die Kinder ja auch recht schnell aus der gekauften Radgröße herauswachsen. Sie gehen lieber in den Baumarkt, um dort ein billiges Rad zu kaufen. Deshalb werden bei uns Kinder- und Jugendräder auch weiterhin eher nur nebenher laufen.

15. Februar 2013 von Claudia Pirsch
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