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Für Elektrofahrräder

Deutscher Verkehrssicherheitsrat empfiehlt eigene Richtlinien

In einem aktuellen Vorstandsbeschluss hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) angeregt, gesetzliche Richtlinien für Hersteller und Nutzer von Pedelecs zu erstellen. Insgesamt fordert der DVR ( www.dvr.de ),

die Forschungen auf dem Gebiet der elektrisch motorisierten Fahrräder sowie die Aufklärungsarbeit für alle Verkehrsteilnehmer zu intensivieren.

Eine eigene Fahrzeugklasse empfiehlt der DVR für die „Pedelecs 25“, also jene Pedelecs, deren Motoren eine Unterstützung bis 25 km/h liefern. Dies führe zu einer Helmpflicht für Fahrer, zur Festlegung eines Mindestalters sowie zu mehr versicherungsrechtlicher Klarheit, heißt es vom DVR.

Um der raschen technischen Entwicklung von Pedelecs gerecht zu werden und die sicherheitstechnische Qualität auf dem europäischen Markt zu erhöhen, empfiehlt der DVR eine zeitnahe Anpassung des bestehenden gesetzlichen Regelwerkes. Zudem sei eine Bewertung und Prüfung der Fahrzeuge sinnvoll, wie sie bereits bei Kraftfahrzeugen durch Euro NCAP erfolgt. Technische Manipulationen an den Fahrzeugen, etwa die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit, sollen durch Anpassung der Richtlinie 97/24/EG verhindert werden, die bisher nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gilt.Ebenfalls weiterentwickelt werden sollen die Richtlinien für Helme, die auch bei höheren Geschwindigkeiten der „Pedelecs 45“ wirksam vor Kopfverletzungen schützen können. Bisher erhältliche Fahrradhelme nach Maßgabe der DIN EN 1078 sollen übergangsweise als geeignet angesehen werden und das Tragen für Fahrer von „Pedelec 45“-Rädern verpflichtend sein.

Infrastruktur ausbauen

Im Hinblick auf eine sichere Verkehrsinfrastruktur empfiehlt der DVR den Ausbau von Radverkehrsanlagen nach dem Regelwerk ERA 2010 . Höhere Fahrgeschwindigkeiten erfordern weitläufigere Dimensionierungen der Verkehrswege, um Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fußgängern, zu vermeiden. Für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr ist nach Ansicht des DVR außerdem eine umfangreiche und konkrete Aufklärungsarbeit nötig. Pedelec-Fahrer sollen über die unterschiedlichen fahrdynamischen Eigenheiten der neuen Zweiräder ebenso informiert werden wie Auto- oder Motorradfahrer und Fußgänger über die zunächst noch ungewohnte Agilität der Elektrofahrräder.

Themenübergreifend setzt sich der DVR für intensivere Forschungen auf dem Gebiet der Pedelecs ein. Dies betrifft sowohl das Nutzungsverhalten als auch die technische Erprobung und Untersuchung von Konfliktpotenzialen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Denkbar sei hierzu auch eine gesonderte Erfassung von Pedelecs in der amtlichen Unfallstatistik.

11. November 2011 von Jürgen Wetzstein
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