
Fahrrad-Monitor 2025
Deutschland hat noch einen weiten Weg zum sicheren Fahrradland
Für den Fahrrad-Monitor 2025, der von dem Marktforschungsunternehmen Sinus im zweijährigen Rhythmus angefertigt wird, wurde in Deutschland Personen im Alter zwischen und 14 und 69 Jahren befragt. In einem separaten Studienmodus wurden erstmals auch Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren sowie deren Eltern repräsentativ für Deutschland befragt. Die Ergebnisse im Detail sind in einem über 100-seitigen Studienbericht, der online zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt wird, zusammengefasst.
Licht und Schatten
Eine wichtige Erkenntnis aus den aktuellen Zahlen: Fahrrad und Pedelec spielen eine immer wichtigere Rolle für die Alltagsmobilität der Bevölkerung. Allerdings geht es nur langsam voran. Der Anteil täglichen Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrad oder Pedelec ist gestiegen - von 38 auf 39%. Dabei wird das Rad am häufigsten zum Einkaufen, für Erledigungen und Besuche genutzt. 22% der berufstätigen Radfahrer nutzen das Fahrrad annähernd täglich auf dem Weg zur Arbeit, bei den Auszubildenden sind es 33%. Auch hier ist sicher noch viel Luft nach oben.
Der „Fahrrad-Monitor“ beschäftigt sich auch mit der Frage, was die Gründe sind, die Personen davon abhalten Fahrrad oder Pedelec zu nutzen. Ein wichtiger Punkt dabei: Das Sicherheitsgefühl beim Radfahren ist gesunken (von 63 auf 60%) – Frauen fühlen sich besonders unsicher und das Unsicherheitsgefühl beider Geschlechter steigt mit dem Alter an. Für die Unsicherheit von Radfahrenden sorgen vor allem rücksichtslose Autofahrende (60%), zu viel Verkehr auf den Straßen (48%) und zu hohe Kfz-Geschwindigkeiten (47%). Aber auch die Sorge, dass das Fahrrad gestohlen wird, dies geben immerhin 52 % der Befragten zu Protokoll, kann einer häufigeren Nutzung entgegenstehen.
ADFC-Geschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagt zu den Ergebnissen „Deutschland ist kein sicheres Fahrradland, weder subjektiv noch objektiv. Anfang der Woche hat der Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates darauf aufmerksam gemacht, dass bei uns - entgegen dem europäischen Trend - immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer getötet werden. Das Unsicherheitsgefühl kommt natürlich auch bei den Menschen an, wie der Fahrrad-Monitor jetzt zeigt. Besonders Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Das muss ein Bundesverkehrsministerium beunruhigen, das sich mit dem Nationalen Radverkehrsplan vorgenommen hat, den Radverkehr attraktiver und sicherer für alle zu machen.“
Forderungskatalog
Angesichts der aktuellen Situation für Radfahrenden macht der ADFC einige Verbesserungsvorschläge. Dazu zählen ein beschleunigter Ausbau von eigenständigen Radwegenetzen in Stadt und Land, Tempo 30 als Standard innerorts, Tempo 50 als Ausnahme, beschleunigter Umbau gefährlicher Kreuzungen sowie Kampagnen zum Mindestüberholabstand (1,5 Meter innerorts / 2 Meter außerorts) und gegen gefährliches Falschparken auf Radwegen.
Um diese Ziele zu erreichen, fordert der ADFC einen Bund-Länder-Vertrag, einen Plan für ein Alltags-Radnetz Deutschland, fahrradfreundliche technische Regelwerke und eine nachhaltige Finanzierung des Bundes für den Radwegebau. Lodemann: „Wichtig ist auch die Fortführung des Bundesprogramms zum Fahrradparken an Bahnhöfen. Die Menschen sorgen sich zu Recht, dass ihr Fahrrad oder Pedelec geklaut wird, wenn es keine sicheren Abstellmöglichkeiten gibt.“
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