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Insolvenzantrag gestellt

Elektroroller-Hersteller gerät in finanzielle Schieflage

Vor wenigen Tagen hat der Berliner Elektrorollerhersteller UNU einen Insolvenzantrag gestellt. Was zu der finanziellen Schieflage geführt hat und wie es mit dem 2013 gegründeten Unternehmen weitergeht.

UNU Motors wurde von Mathieu Caudal und Pascal Blum in Berlin gegründet und hat sich über die Jahre hinweg zu einem führenden Elektrorollerhersteller entwickelt. Die stylischen E-Roller werden in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden verkauft, das Unternehmen beschäftigt derzeit rund fünfzig Mitarbeitende.
Doch zuletzt sind die Finanzprobleme des Unternehmens so groß geworden, dass vor dem Amtsgericht Berlin Charlottenburg ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Gorden Geiser von der Kanzlei GT Restructuring bestellt.

Zu den Gründen für den Insolvenzantrag nennt UNU Motors die aktuelle Inflation und die Zurückhaltung vieler Kunden, die den Markt für Roller in den Kernmärkten des Unternehmens um über 50 Prozent haben einbrechen lassen. „Dieser stark gesunkene Rückgang der Nachfrage, kombiniert mit den gestiegenen Material- und Logistikkosten, hat das Geschäftsmodell von UNU zunehmend gefährdet“, heißt es weiter von UNU. Eine notwendige Finanzierungsrunde konnte offenbar nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Die Folge: Die Finanzierung des Unternehmens war für die nächsten zwölf Monate nicht gesichert.

Große Herausforderungen

Das Unternehmen war schon in den Corona-Jahren mit großen Herausforderungen konfrontiert. Genannt werden ein sechsmonatiger pandemiebedingter Produktionsstopp, ein verheerender Lagerhausbrand sowie weitreichende Auswirkungen der Chip- und Container-Krisen. „Trotz dieser Herausforderungen gelang es dem Unternehmen, seine Verluste seit Beginn der Corona-Pandemie erheblich zu reduzieren“, berichtet UNU Motors. Die darauffolgenden Einflüsse warfen das Unternehmen dann offenbar wieder in der Entwicklung zurück.

Gute Chancen

Der Insolvenzverwalter sieht gute Chancen für das Unternehmen eine Sanierungslösung zu erreichen und den Verkauf sowie den Service der Roller fortzuführen. Begründet wird dies durch ein in diesem Jahr grundlegend erneuerten Abo-Modell für die UNO-Roller sowie dem Ausbau seiner Offline-Präsenz mit Handelspartnern.

Nach kurzzeitigem Stopp rund um den Zeitpunkt der Antragsstellung Ende der vergangenen Woche, wird der Verkauf über den eigenen Webshop ab sofort wieder aufgenommen. Zudem sei das Ziel, die App und die Server weiterhin und ganz normal aufrechtzuerhalten, damit die Roller auch weiterhin funktionieren. Es wird empfohlen, die Keycard zum Auf- und Entsperren der Roller zu verwenden.

Weitere wichtige Kundeninformationen für UNO-Besitzer hat das Unternehmen in einem FAQ-Bereich auf der Website hinterlegt.

27. November 2023 von Jürgen Wetzstein
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