Wichtiger Fahrradlieferant gerät unter Druck:
EU droht Sri Lanka mit dem Entzug der Zollfreiheit
Seit 2005 können aus Sri Lanka nahezu alle Güter in die EU eingeführt werden. Die EU hatte den Inselstaat damals als eines von weltweit 16 Ländern in den begehrten Status GPS+ versetzt, geknüpft an die Bedingung, dass in Sri Lanka die Menschenrechte gewahrt werden und dies auch von den Vereinten Nationen regelmäßig überprüft werden kann.
Eine EU-Untersuchung, die im Oktober durchgeführt wurde, habe hier aber zahlreiche Defizite und Verstöße gegen UN-Konventionen festgestellt. Medienberichten zufolge soll dabei vor allem auch der Umgang mit der tamilischen Minderheit im Land im Mittelpunkt stehen.
Kommission und Parlament der EU beraten nun, ob die bevorzugte Zollstatus für Sri Lanka vorübergehend ausgesetzt werden soll. Wenn dies enträfe, würde damit auch ein wichtiger Lieferant für den europäischen Fahrradmarkt getroffen: Sri-lankische Fahrradhersteller lieferten im vergangenen Jahr insgesamt 701.000 Fahrräder in die EU, den überwiegenden Teil davon nach Großbritannien (328.000) und Belgien (162.000). In Deutschland hatte der Import aus Sri Lanka mit lediglich rund 20.000 Einheiten noch keine besondere Bedeutung.
Wie die englischsprachige Fachzeitung Bike Europe darüberhinaus berichtet, werden in Europa auch Fahrradreifen aus Sri Lanka in nennenswerter Stückzahl importiert.
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