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Marktzahlen für 2025

Fahrradmarkt in Österreich stabilisiert sich

In vielen Bereichen verlief der österreichische Fahrradmarkt im Jahr 2025 analog zu Deutschland. Allerdings weist die aktuell von der ARGE Fahrrad veröffentlichte Analyse zur Entwicklung in Österreich einige Besonderheiten auf, die auch mit den politischen Gegebenheiten in einzelnen Bundesländern zu tun haben.

Grafik: VSSÖ/ARGE Fahrrad - Der österreichische Fahrradmarkt in ZahlenFoto: VSSÖ/ARGE Fahrrad - der österreichische Fahrradmarkt in Zahlen

Der österreichische Fahrradmarkt hat sich nach den herausfordernden Jahren in Stückzahlen auf einem Niveau stabilisiert, das über viele Jahre hinweg beobachtbar war – also rund um 400.000 Stück. Im Jahr 2025 waren es genau 389.000 Fahrräder und E-Bikes, die von der Fahrradindustrie an den österreichischen Sport- und Fahrradfachhandel geliefert wurden. Das ist im Vergleich zum Jahr 2024 ein leichter Rückgang von 1,7 %. „Die Radnutzung steigt, sportlich wie im Alltag, und der Umsatz bleibt mit über einer Milliarde Euro auf hohem Niveau“, heißt es dazu von der ARGE Fahrrad, in der eine Vielzahl der in Österreich tätigen Fahrradunternehmen eine Stimme finden. Und weiter: „Gleichzeitig wurden Lagerüberhänge im Fachhandel abgebaut, die Preisentwicklung stabilisiert sich und der Saisonstart hat trotz verspätetem Frühlingswetter rasch an Dynamik gewonnen.“ Der Gesamtumsatz mit Fahrrädern stieg 2025 auf 1,097 Mrd. Euro (+3,9%); 79% davon entfielen auf E-Bikes.
E-Bikes halten mit 57% ihren hohen Marktanteil, bei E-Bikes für Erwachsene liegt der Anteil bei rund 69% – ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: In Deutschland lag der E-Bike Anteil 2025 bei 53%, in der Schweiz bei 41% .

Antreiber Gravelbikes

Die stärkste Wachstumskategorie 2025 sind die Gravel-Bikes – nicht nur in Österreich, sondern im gesamten D-A-CH Raum. Mit rund 29.000 verkauften (E-)Gravel-Bikes verzeichnet diese Kategorie ein Plus von 48,3 Prozent; bei nicht elektrischen Modellen liegt der Zuwachs sogar bei 74 Prozent. Die Nachfrage wird breiter: Männer und Frauen greifen gleichermaßen zu, erstmals auch stark im Einsteigerbereich.
Hans-Jürgen Schoder, Sprecher der ARGE Fahrrad, erklärt dazu: „Der Gravel-Boom zeigt, wie vielfältig das Fahrrad heute genutzt wird. Menschen suchen Erlebnisse, wollen draußen unterwegs sein, Zeit miteinander verbringen und gleichzeitig sportlich aktiv bleiben. Diese Entwicklung ist ein starkes Signal dafür, dass das Fahrrad ein zentraler Baustein einer modernen und vielseitigen Mobilität ist.“
Erfreulich: Auch Kinderfahrräder verzeichnen 2025 ein starkes Plus. Insgesamt wurden rund 64.000 Kinder- und Jugendräder verkauft (+9%), davon rund 37.000 Räder bis 20 Zoll (+16%).

Faktor Politik

2025 zeigt deutlich, wie unmittelbar politische Entscheidungen den Fahrradmarkt beeinflussen. Die Rückgänge bei (E-)Lastenrädern und (E-)Falträdern stehen in direktem Zusammenhang mit reduzierten oder verspätet gestarteten Förderprogrammen. Der Verkauf von (E-)Lastenrädern sank um 5 % auf 7000 Stück, der Verkauf von E-Falträdern verringerte sich sogar um 25 % auf 3000.

Besonders klar wird der politische Einfluss beim Dienstradleasing, teilt ARGE Fahrrad mit. Bundesländer, die rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen frühzeitig geschaffen haben, etwa Vorarlberg und Wien, hätten eine überdurchschnittlich hohe Nutzung verzeichnet. Oberösterreich und Niederösterreich entwickeln sich solide, während die Steiermark trotz bestehender Rechtsgrundlage nur langsam vorankommt. Der Zusammenhang sei laut ARGE Fahrrad eindeutig: Wo Politik Rahmenbedingungen schafft, steigt die Nutzung und damit auch der Fahrradabsatz.

Fazit

Die Zahlen aus 2025 zeigen einen Markt, der sich stabilisiert und zugleich klare Impulse setzt. Die Radnutzung steigt, E-Bikes bleiben auf hohem Niveau und Trendkategorien wie Gravel und Kinderfahrräder entwickeln eine starke Dynamik. Trotz herausfordernder Jahre für einzelne Betriebe bestätigt sich die zentrale Rolle des Fachhandels – insbesondere bei Beratung, Service und Werkstattkompetenz. Gleichzeitig wird sichtbar, wie direkt politische Rahmenbedingungen den Absatz beeinflussen. Mit verlässlichen Förderstrukturen und einer konsequent ausgebauten Radinfrastruktur ließe sich das vorhandene Potenzial für die Alltagsnutzung, und damit für die Mobilitätswende, noch deutlich besser ausschöpfen.

2. April 2026 von Jürgen Wetzstein

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