
Verkauf als Ganzes angestrebt:
Insolvenzverwalter stellen Accell Group international zum Verkauf
Die niederländischen Accell-Gesellschaften wurden am 11. August vom Gericht Amsterdam nach einer kurzen Phase des vorläufigen Gläubigerschutzes ("surseance van betaling") für insolvent erklärt. Seit ihrer Bestellung haben die Insolvenzverwalter gemeinsam mit Accell-Mitarbeitern die finanzielle und operative Lage der Gruppe analysiert. Mit Unterstützung der besicherten Finanzierer versuchen die Verwalter, den Geschäftsbetrieb wo möglich fortzuführen. Ziel ist es, dass Fachhändler wieder Bestellungen aufgeben können und Auslieferungen wieder aufgenommen werden. Aus dieser fortgeführten Position heraus wird nun der internationale Verkaufsprozess gesteuert.
Verkaufsprozess nicht auf niederländische Accell-Einheiten beschränkt
Die Insolvenzverwalter konzentrieren sich primär auf einen Verkauf der Geschäftsaktivitäten der Accell Group – entweder als Gesamtheit oder teilweisem Erwerb, beispielsweise nach Unternehmensbereichen oder Ländern. angestrebt wird dabei der größtmögliche Erhalt des wirtschaftlichen Werts und der Arbeitsplätze. In zweiter Instanz könnten auch einzelne Vermögenswerte wie individuelle Markennamen oder spezifische Warenbestände zum Verkauf stehen.
Der Verkaufsprozess beschränkt sich nicht auf die niederländischen Accell-Gesellschaften: Die Verwalter beabsichtigen, den Verkauf von Aktivitäten und Vermögenswerten in allen Ländern, in denen Accell aktiv ist, zu koordinieren. Wo nötig, erfolgt dies in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management oder örtlichen Insolvenzverwaltern. Als M&A-Berater wurde FTI Consulting Nederland beauftragt.
Enges Zusammenwirken mit den besicherten Finanzierern
Der Prozess erfolgt in enger Abstimmung mit den besicherten Finanzierern. Eine Mehrheit innerhalb einer der Gläubigergruppen hat bereits eine sogenannte Backstop-Vereinbarung mit einer interessierten Partei für sämtliche Fahrradmarken geschlossen. Damit soll die Kontinuität der Accell Group abgesichert werden.
Während des Verkaufsprozesses können die Finanzierer von einem sogenannten Credit Bid Gebrauch machen – dabei verrechnen sie bestehende Kreditforderungen mit dem Kaufpreis für Vermögenswerte. Auf diese Weise soll ein Mindesterlös für die Fahrradmarken gesichert werden. Gleichzeitig zeigt man sich offen für Barangebote für einzelne Marken.
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