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Lenkerschwäche

Lidl-E-Bike patzt auf dem Prüfstand bei Stiftung Warentest

Anders als bei E-Bike-Tests in früheren Jahren dürfte der aktuelle Testbericht von Stiftung Warentest wenig Aufreger liefern. Auf dem Prüfstand standen diesmal leichte Urban-Pedelecs – meist von kleineren Anbietern und Direktvertreibern. Negativ aufgefallen ist dabei insbesondere ein Modell der Lidl-Eigenmarke Crivit.

Zehn E-Bikes für die Stadt nahm Stiftung Warentest unter die Lupe. Interessant ist dabei die Modellauswahl: Große Markenanbieter aus dem Fachhandel waren dort mit Ausnahme vom Heidelberger Anbieter Coboc nicht zu finden, dafür jedoch Modelle von Direktanbietern wie Ampler, Vanmoof, Cowboy, Sushi Bikes und Rose. Und nicht zuletzt wurde auch ein bei Discounter Lidl vertriebenes Modell der Eigenmarke Crivit ins Testfeld aufgenommen. Die Testergebnisse lesen sich insgesamt unspektakulär – die Gesamtnoten bewegen sich zwischen 2,2 für das Modell „Amsterdam Urban Gen3“ des niederländischen Herstellers Lekker bis hin zur Note 3,0 für das „Maki 3.0“ von Sushi Bikes. Dabei flossen subjektive Einschätzung von mehreren Testfahrerinnen und Testfahrern ein in Bezug auf Fahreigenschaften und Antriebsverhalten ein. Untersucht wurden zudem Handhabung sowie Sicherheit beim Bremsen und Haltbarkeit verschiedener Bauteile.

Negativ-Ausrutscher Lidl

Während ein Großteil des Testfelds sich ein enges Rennen lieferten und die einzelnen Modelle aus Sicht der Testfahrer an der einen oder anderen Stelle sich leichte Vorteile bzw. kleinere Mängel leisteten, leistete sich das Modell Crivit Urban X.3 von Lidl auf dem Prüfstand einen erheblichen Ausrutscher. An einer Bohrung im Lenker bildeten sich laut Testbericht Risse. Als Reaktion von Lidl werden im Testbericht das Wirken verschiedener Kräfte auf dem Prüfstand im Vergleich zur Realität angeführt. Gleichzeitig wird auf eine erweiterte zehnjährige Garantie beim Lenker verwiesen.

Dazu hat der Fahrradsachverständige Ernst Brust eine klare Meinung: „Eine Rissbildung im Bereich konstruktiver Kerben, etwa an Bohrungen, ist ein klassischer Hinweis auf unzureichende Auslegung gegen Ermüdung. Ein Lenkerbruch führt nicht zu einem Komfortproblem, sondern zu einem unmittelbaren Sturzrisiko.“ Und weiter: „Bei einem solchen Befund ist eine technische Gefährdungsbewertung zwingend erforderlich. Je nach Ergebnis können Maßnahmen bis hin zu einem sicherheitsrelevanten Rückruf notwendig werden.“

Am Ende wurde das Lidl-E-Bike von Stiftung Warentest aufgrund der Note „Mangelhaft“ in der Kategorie Sicherheit und Haltbarkeit in der Gesamtnote abgewertet auf „Mangelhaft“ und zum Ende des Testfelds durchgereicht.

5. Mai 2026 von Jürgen Wetzstein

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