
Trennung von Kymco
Niederländisches Management übernimmt Klever
Van der Ligt und Sjamaar werden jeweils zur Hälfte Eigentümer und wollen Klever als unabhängige, europäisch geführte Organisation weiter ausbauen. Die Übernahme markiert ein neues Kapitel für Klever. Die beiden Partner setzen die Geschäftstätigkeit gemeinsam mit dem bestehenden Team fort.
Dabei steht laut eigener Aussage zunächst die Kontinuität für Händler und bestehende Klever-Fahrer im Mittelpunkt. Service, Garantie und Support laufen weiterhin über die bestehende europäische Organisation. „Dieser Schritt bedeutet für uns sowohl Kontinuität als auch Perspektive“, sagt Van der Ligt. „Wir bauen mit demselben erfahrenen Team weiter auf, aber mit mehr Handlungsspielraum in Europa. Wir haben großes Vertrauen in die nächste Phase und wollen diese ausdrücklich gemeinsam mit unserem Händlernetz gestalten.“
"Diese Übernahme gibt uns den Freiraum, Entscheidungen schneller darauf auszurichten, was unsere Händler, Fahrer und der europäische Markt benötigen."
Laut Sjamaar bietet die neue Eigentümerstruktur Klever vor allem die Möglichkeit, schneller eigenständige Entscheidungen zu treffen. „In den vergangenen Jahren haben wir Klever Schritt für Schritt in Europa weiter aufgebaut. Diese Übernahme gibt uns den Freiraum, Entscheidungen schneller darauf auszurichten, was unsere Händler, Fahrer und der europäische Markt benötigen. Für uns ist das eine logische und sehr erfreuliche Fortsetzung.“
Strategische Neuausrichtung bei KYMCO
Dem Management-Buy-out ging eine längere Phase der Unsicherheit voraus. Wie Sjamaar erläutert, hatte die taiwanische Mutter KYMCO ihre Aktivitäten im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt. Nach einem Führungswechsel beim Mutterkonzern wurde auch über die Zukunft von Klever beraten. Dabei stand laut Sjamaar die Frage im Raum, ob KYMCO weiterhin in das europäische Fahrradgeschäft investieren wolle. Das Ergebnis: Im Rahmen der neuen strategischen Ausrichtung war dies nicht mehr selbstverständlich. Das hatte auch Auswirkungen auf die europäische Organisation. Die Bereitschaft der Muttergesellschaft, weiterhin große Stückzahlen an Fahrrädern und Teilen zu produzieren und zu bestellen, nahm ab.
Für Van der Ligt und Sjamaar war vor allem die Position der bestehenden Kunden und Händler ein wesentlicher Grund, selbst aktiv zu werden. Laut Sjamaar sind mittlerweile zehntausende Klever-S-Pedelecs in Europa unterwegs. „Wir wollen diese Klever-Fahrer in Europa und das gesamte Netz weiterhin gut betreuen können“, sagt er. „Diese Menschen haben eine gute Investition in ein S-Pedelec getätigt. Die lassen wir nicht im Regen stehen.“
Management setzte sich als Käufer durch
KYMCO hatte zwar auch nach anderen potenziellen Käufern für die Fahrradmarke gesucht, doch das bestehende europäische Management rückte immer deutlicher als die Partei in den Vordergrund, die die europäischen Aktivitäten von Klever tatsächlich fortführen sollte.
Das neue Unternehmen nutzt die kommende Zeit, um eine strukturelle Langzeitlösung weiter auszuarbeiten. Dabei wird kritisch hinterfragt, was Fahrer tatsächlich von einem S-Pedelec erwarten.
Für Van der Ligt und Sjamaar war die Sicherung des After-Sales-Bereichs einer der Hauptgründe für die Übernahme. Sjamaar bedankt sich ausdrücklich bei KYMCO für die positive und konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen zehn Jahren. Diese habe eine wichtige Basis für die Entwicklung der Marke und die heutige Position von Klever in Europa gelegt.
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