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Blitzumfrage der ARGE Fahrrad

Österreichischer Fahrradfachhandel mit positiver Halbzeitbilanz

Die ARGE Fahrradfachhandel hat unter 85 österreichischen Betrieben eine Blitzumfrage zum bisherigen Saisonverlauf durchgeführt. Die Halbzeitbilanz fällt mehrheitlich positiv aus, jedoch gibt es regionale Unterschiede.

Die Saison läuft in Österreich auf Hochtouren – und es geht aufwärts. 42 Prozent der befragten Betriebe melden ein besseres Gesamtgeschäft als im Vorjahr. Zugleich zeigen sich klare regionale Unterschiede - und zwei Entwicklungen, die den stationären Fahrradfachhandel zunehmend prägen: ein starkes Werkstatt- und Servicegeschäft sowie wachsendes Dienstradleasing.

Werkstatt als Rückgrat

Das Service- und Werkstattgeschäft ist 2026 der verlässlichste Stabilitätsfaktor im Fachhandel. 57 Prozent der Betriebe verzeichnen ein stärkeres Werkstattgeschäft als 2025, weitere 30 Prozent berichten von stabilen Umsätzen. Nur rund 12 Prozent sehen Rückgänge. Das Bild zieht sich durch nahezu alle Bundesländer – mit Spitzenwerten in Tirol (83 %), Niederösterreich (67 %) und Oberösterreich (61 %).

„Professionelle Werkstätten sind längst mehr als eine Ergänzung zum Verkauf. Sie sind zum Rückgrat des Fachhandels geworden", sagt Tom Streicher, Sprecher der ARGE Fahrradfachhandel.

Dienstradleasing mit Potenzial

Dienstradleasing ist in Österreich längst ebenfalls angekommen. 84 Prozent der befragten Betriebe bieten Dienstradleasing an – der Kanal ist im Fachhandel breit etabliert. 59 Prozent berichten von einem positiven Einfluss auf ihr Geschäft. Gleichzeitig sehen 64 Prozent noch deutliches Potenzial: Bei verbesserten rechtlichen, steuerlichen und administrativen Rahmenbedingungen erwarten sie einen zusätzlichen positiven Effekt.

Der Bundesländervergleich macht den Unterschied sichtbar: In Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich – wo Rahmenbedingungen klar und praktikabel sind – ist Leasing bereits fest im Geschäftsmodell verankert. In der Steiermark hingegen sehen aktuell nur 50 Prozent einen positiven Effekt, gleichzeitig erwarten 75 Prozent einen deutlichen Schub, sobald die Rahmenbedingungen stimmen.

„Dienstradleasing ist längst kein Spezialthema mehr, sondern ein wichtiger Umsatztreiber für viele Fachhändlerinnen und Fachhändler", sagt Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich. „Die Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Betriebe erwarten bei klareren Rahmenbedingungen einen zusätzlichen Schub. Das ist ein starkes Signal an Politik und Verwaltung – und ein klarer Auftrag, die Leasingmodelle in allen Bundesländern praxistauglich zu gestalten."

Ausblick: verhalten, aber nicht pessimistisch

Für die zweite Saisonhälfte erwarten 30 Prozent der befragten Betriebe einen besseren Verlauf als 2025, 30 Prozent einen ähnlichen und 38 Prozent rechnen mit einer schwächeren zweiten Hälfte. Tirol und Niederösterreich blicken am optimistischsten in die zweite Saisonhälfte, Vorarlberg, Wien und Salzburg zeigen verhaltenere Erwartungen.

„Die Saison 2026 zeigt, was den stationären Fachhandel wirklich trägt: nicht der Boom, sondern die Kompetenz", sagt ARGE-Fahrrad-Sprecher Tom Streicher. „Wer in Werkstatt und Service investiert hat, steht heute stabiler da – unabhängig davon, wie das Wetter war oder wie die Kauflaune in der Region ist."

23. Juli 2026 von Jürgen Wetzstein

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