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Gründer Adrien Roose nimmt Abschied

ReBirth-Deal mit E-Bike-Marke Cowboy unter Dach und Fach

Der im Herbst angekündigte Deal mit der ReBirth-Gruppe, einem französischen Mobilitätskonzern, der hinter Fahrradmarken wie Peugeot, Gitane und Solex steht, wurde jetzt finalisiert und spült frisches Finanzkapital ins Unternehmen. Wie das Geld verwendet werden soll und wie sich Cowboy künftig im Markt aufstellen will.

Bereits im Herbst machte eine mögliche Übernahme des finanziell angeschlagenen belgischen E-Bike-Herstellers Cowboy durch die ReBirth in der französischen Tagespresse die Runde (velobiz.de berichtete) . Jetzt wurde der Deal offenbar finalisiert und Cowboy gibt verschiedene Details zu den getroffenen Vereinbarungen bekannt.

Die Gesamttransaktion umfasst frisches Kapital von ReBirth, eine Reinvestition bestehender Gesellschafter in Höhe von 15 Mio. € für eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen sowie die Umwandlung bestehender Verbindlichkeiten in Eigenkapital. „Diese finanziellen Maßnahmen dienen dazu, Cowboy langfristig zu stabilisieren und strukturell zu stärken“, heißt es von Cowboy. Darüber hinaus beinhaltet die Transaktion eine umfassende finanzielle Restrukturierung mit dem Hauptkreditgeber von Cowboy, wodurch eine gestärkte Bilanz und ein klarer Neuanfang ermöglicht werden soll.

Die neuen Mittel werden in mehreren Tranchen bereitgestellt und sollen in erster Linie dem Wiederanlauf der Produktion sowie der Wiederaufnahme der Lieferung von Ersatzteilen dienen. „Der Schritt wurde von der bestehenden Aktionärsbasis von Cowboy sehr positiv aufgenommen: Sowohl Investoren als auch die Crowdcube-Community stimmten mit großer Mehrheit für dieses neue Kapitel und unterstützten die gemeinsame langfristige Vision beider Unternehmen“, teilt Cowboy mit.

Gemeinsame Expertise nutzen

Für die Nutzerinnen und Nutzer von Cowboy-Bikes ist das zunächst einmal eine gute Nachricht. Sie können jetzt darauf hoffen, dass alle bestehenden Fahrräder voll funktionsfähig bleiben. Hardware, Software und Kundenservice sollen uneingeschränkt weiterlaufen. Auch das laufende Rückrufprogramm werde fortgesetzt. Ein detailliertes Update zum Fortschritt dazu wird für das neue Jahr angekündigt.

Die Produktion von Cowboy-Bikes soll im neuen Jahr im französischen Montagewerk von ReBirth wieder aufgenommen werden. Ein verstärkter Produktionsplan sei bereits angelaufen, einschließlich eines Fertigungsvolumens von rund 1500 Fahrrädern im Januar, um bestehende Auftragsrückstände abzubauen und darüber hinaus zu liefern. Wartende Kundinnen und Kunden sollen in den nächsten Wochen über aktualisierte Liefertermine informiert werden. „Mit stärkeren operativen Kapazitäten und klareren Zeitplänen konzentrieren wir uns darauf, Vertrauen zurückzugewinnen und den verlässlichen Support zu bieten, den unsere Kundinnen und Kunden von Cowboy erwarten“, kündigt das Unternehmen an.

Personelle Veränderungen

Im Rahmen der Neuausrichtung von Cowboy, gibt es auch Veränderungen im Führungsteam. Adrien Roose, Gründer und CEO von Cowboy, hat die Übergangsphase zur ReBirth Group begleitet und hat das Unternehmen inzwischen verlassen. Das Führungsteam von Cowboy wird künftig eng mit der Geschäftsleitung der ReBirth Group zusammenarbeiten. Grégory Trébaol, CEO der ReBirth Group Holding SA, sagt: „Ich möchte den Gründern von Cowboy für ihre Vision, ihren Ehrgeiz und das bemerkenswerte Unternehmen danken, das sie in einem schwierigen Markt aufgebaut haben. Diese Transaktion eröffnet ein neues Kapitel für Cowboy. Nach Peugeot, Gitane und Solex positioniert sich Cowboy nun als das Aushängeschild der ReBirth Group im Bereich der vernetzten urbanen Mobilität und ergänzt eine Reihe ikonischer Marken. Die Kombination unserer industriellen Fähigkeiten mit der Innovationskraft von Cowboy wird die Effizienz steigern, die Margen stärken und eine solide Grundlage für langfristiges Wachstum schaffen.“

Cowboy soll weiterhin unabhängig von seinem Hauptsitz in Brüssel aus operieren und seine internen Teams für Design, Engineering und Softwareentwicklung beibehalten. In enger Zusammenarbeit mit ReBirth liegen die Prioritäten nun auf der Stärkung der Produktion, der Optimierung der Lieferketten sowie dem Ausbau des Vertriebs- und Servicenetzwerks in ganz Europa. Als derzeit viertgrößter Markt von Cowboy nach den Niederlanden, Belgien und Deutschland gilt Frankreich als zukünftiger Wachstumstreiber, unterstützt durch die Infrastruktur und Logistikkompetenz von ReBirth.

18. Dezember 2025 von Jürgen Wetzstein

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