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Abstand halten - das gilt auch für den Schweizer Velohandel
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Velohändler in der Warteschleife

Schweizer Verbände machen sich für frühere Öffnung stark

Schweizer Fahrradhändler dürfen erst ab 11. Mai wieder öffnen – so der Fahrplan des Bundesrats in Richtung Normalität. Es formiert sich Widerstand in der Eidgenossenschaft.

Am vergangenen 16. April stellte der Bundesrat den Fahrplan für eine schrittweise Wiederherstellung der Normalität und Wiedereröffnung des Einzelhandels vor. Anders als in Deutschland und Österreich dürfen in der Schweiz Fahrradläden frühestens per 11. Mai öffnen. Nur Bau- und Hobbymärkte, Gartencenter, Blumenläden, Coiffeursalons, Tattoo- und Makeup-Studios sowie Physiotherapeuten sollen bereits ab 27. April wieder Kunden bedienen dürfen.

Unmittelbar nach der Pressekonferenz des Bundesrats kritisierte 2rad Schweiz die Nichtberücksichtigung der Zweirad-Fachbetriebe als „Schlag ins Gesicht des Detailhandels“. Da die Werkstätten offengeblieben seien, hätten diese Betriebe Erfahrung mit der Einhaltung der Distanz- und Hygienevorschriften machen können. Zudem monierte der Branchenverband, dass Hobbymärkte und Gartencenter oft auch Velos und Zubehör verkaufen - und dass darum der Entscheid des Bundesrats den KMU-Detailhandel benachteilige.
Um diese Haltung nochmals zu verdeutlichen und den Bundesrat dazu zu bringen, auf den Entscheid von vergangenem Donnerstag zurückzukommen, hat 2rad Schweiz allen sieben Mitgliedern der Landesregierung einen Brief geschickt, in dem Klartext gesprochen wird. Die Kernforderung lautet: Schluss mit der Diskriminierung kleiner Betriebe - Wiedereröffnung der Zweirad-Fachbetriebe per 27. April. Ob der Bundesrat auf seinen Entscheid zurückkommt, wird sich wohl im Laufe der Woche noch zeigen.

Auch Velosuisse als Verband der Schweizer Velolieferanten hat sich am 17. März in einem Brief an Bundepräsidentin Simonetta Sommaruga gewandt. Darin verlangt Präsident Marcel Boller, dass Velofachhändler ihre Verkaufsgeschäfte ab dem 27. April wieder öffnen dürfen. Erstens hätten diese Geschäfte dank weiterhin geöffneter Werkstätten Erfahrung mit dem Hygiene- und Distanzvorgaben sammeln können, und zweitens drohe ansonsten eine Benachteiligung des Fachhandels gegenüber Velos und Zubehör verkaufende Gross-, Bau- und Hobbymärkte, und das während der wichtigsten Wochen der Saison.

Das Zweiradgewerbe drängt nicht als einziges auf Lockerungen. Rückenwind bekommt 2rad Schweiz mit der Forderung nach einer Wiedereröffnung per 27. April von ASMAS, dem Verband Sportfachhandel Schweiz, mit Unterstützung der ANWR-Garant Swiss AG. Auch diese Akteure kritisieren die Ungleichbehandlung von weiterhin geschlossenem KMU-Detailhandelsgeschäften und Großverteilern, die mindestens zwei Wochen früher wieder ihr komplettes Sortiment anbieten dürfen - welches auch Sportartikel und Velos umfasse.

22. April 2020 von Laurens van Rooijen

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