
Spezialradmesse ist gut angekommen
Spezi gelingt ein Traumstart am neuen Standort Freiburg
Bereits nach dem ersten Messetag dürfte den Spezi-Organisatoren ein großer Stein vom Herzen gefallen sein: Dank der hervorragenden Messelogistik vor Ort klappte der Aufbau für die Aussteller problemlos – abgesehen von den langen Wartezeiten an den Verpflegungsständen am Freitagabend, die von den hungrigen Wartenden jedoch mit einer guten Portion Geduld und Humor ertragen und für ausführliche Fachgespräche genutzt wurden. Der Wettergott meinte es mit Traumwetter an beiden Tagen ebenfalls gut mit den Fahrradleuten und bereits am ersten Messetag wurde das Veranstaltungsgelände gestürmt von interessierten, aber auch sehr fachkundigen Besucherinnen und Besuchern, die sich durch die beiden Messehallen mit über 130 Ausstellern bewegten und vielfach die Chance nutzten, die Fahrräder und Fahrzeuge auf dem großzügigen Testparcours im Außenbereich auszuprobieren.
Besucherplus
Auch wenn am Messesonntag der Besucherstrom gefühlt geringer war als beim fulminanten Auftakt am Samstag: Insgesamt rund 7.500 Besucherinnen und Besucher kamen zur diesjährigen Spezi nach Freiburg, das sind deutlich mehr als bei der Vorjahresausgabe in Lauchringen, kommt aber noch nicht an die Hochzeiten der Spezi in Germersheim heran, wo meist rund 10.000 Spezi-Gäste begrüßt werden konnten.
Ob der Umstand, dass am nächsten Wochenende in Freiburg mit der Neuauflage des Bike-Festivals ein weiteres Fahrrad-Großevent ansteht, den einen oder anderen Besucher aus dem Breisgau von einem Spezi-Besuch abgehalten hat, sei dahingestellt. Was jedoch von vielen Ausstellern im Gespräch mit velobiz.de bestätigt wurde, ist, dass durch den Umzug nach Freiburg neue Besuchergruppen außerhalb der Spezialradenthusiasten für einen Spezi-Besuch begeistert werden konnten.
Paul Hollants, von Liegeradspezialist HP Velotechnik, traditionell der Platzhirsch auf der Spezi, bringt es auf den Punkt: „Wir haben den Umzug nach Freiburg sehr positiv aufgenommen, und die Rahmenbedingungen stimmen.“ Die Spezi sei für das HP-Velotechnik-Team auch Erdung und Ideengenerierung, so Hollants, denn hier fänden viele Innovationen ihren Ursprung, die es in den letzten Jahrzehnten in die Fahrradwelt geschafft hätten. „Auf keiner anderen Messe trifft man so viele Menschen mit guten, interessanten und prüfungsfähigen Produktvorschlägen. Es erinnert uns daran, warum wir eigentlich gerne Fahrräder machen – um Menschen Lösungen zu bieten und für Freude und Spaß beim Fahrradfahren zu sorgen.“
Natürlich erzeugt ein Standortwechsel auch immer etwas Wehmut unter langjährigen Besucherinnen und Besuchern wie auch in Ausstellerkreisen. Der Charme der früheren Ausgaben sei durch die jetzt doch deutlich professionellere Ausrichtung der Messe etwas verloren gegangen, hieß es an der einen oder anderen Stelle. Gleichwohl spiegelt dieser Umstand auch die weitere Professionalisierung der Spezialradbranche wider, die sich längst aus der Bastlerecke hin zum innovativen und fortschrittlichen Ideengeber und Problemlöser für viele Facetten der Mobilität entwickelt hat. Aber selbstverständlich bleibt die Spezi weiterhin auch eine Plattform zur Vorstellung von Kuriositäten und eigenwilligen Entwicklungen. Allerdings waren diese Fahrzeuge nun mit deutlich geringerem Anteil als noch vor Jahren auf der Spezi zu entdecken.
Passt zusammen
Das Gesamtpaket passt wunderbar zu einer Fahrradstadt wie Freiburg, in der sichtbar viel für den Radverkehr getan wird und das Fahrrad als Mobilitätsmittel eine dementsprechend hohe Bedeutung hat. Passend dazu sagt Frank Regge von Busch & Müller: „Freiburg hat viele fahrradbegeisterte Menschen im täglichen Straßenbild. Und die scheinen sich sehr zahlreich hier in die Hallen begeben zu haben. Ich glaube, wir können deshalb ganz viele Menschen, die vorher die Spezi gar nicht auf dem Schirm hatten, für diese Messe und ihre Fahrzeuge interessieren.“
Freiburg und die Spezi, das passt zusammen und könnte eine Verbindung für die Zukunft sein. Das sah auch Oberbürgermeister Martin Horn bei der Eröffnung so: „.Die Spezi ist zum ersten Mal hier in Freiburg. Und ich glaube, das passt total gut, weil wir nicht nur gerne Räder in dieser Stadt bewegen, Nachhaltigkeit nicht nur als Wort verstehen, sondern weil natürlich in dieser fahrradverliebten Stadt wahnsinnig viele besondere Fahrradformen unterwegs sind. Deshalb sage ich zum ersten und hoffentlich nicht zum letzten Mal: Herzlich willkommen in Freiburg!“
Dass die Spezi auch im kommenden Jahr wieder in Freiburg gastiert, ist offenbar beschlossene Sache. Organisator Gebriel Wolf sagt dazu: „Diese Tage in Freiburg haben uns gezeigt, wie viel Energie in der Spezi steckt. Wir haben so viele offene, interessierte und begeisterte Menschen erlebt – auf und neben dem Parcours. Für uns fühlt es sich an, als hätte die Spezi hier einen Ort gefunden, an dem sie weiterwachsen und gleichzeitig sie selbst bleiben kann. Genau darauf freuen wir uns in den nächsten Jahren.“
Ein eigener Bericht mit den Produkthighlights zur Spezi 2026 folgt in Kürze auf velobiz.de.
Verknüpfte Firmen abonnieren
für unsere Abonnenten sichtbar.