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Report - Rumänien

»Unser Ziel ist es, ein echtes Bike Valley zu werden«

Raul Buzgar, Produktionsleiter von Decathlon in Rumänien, ist zugleich Präsident des neuen Verbandes APROB (The Romanian Bicycle Producers Association), der seit zwei Jahren die Akteure der Fahrradbranche vertritt. Er gibt einen Einblick in die Entwicklung der Fahrradindustrie in Rumänien, insbesondere in der Region Timișoara.

Kann man von einem neuen Bike Valley sprechen, und wie ist es dazu gekommen?

Raul Buzgar: Wir haben einen Industriecluster geschaffen, der noch nicht im eigentlichen Sinne ein Bike Valley ist. Einer der Startpunkte war Decathlon im Bereich der Fahrradmontage. Nach und nach haben sich Komponentenlieferanten in der Region angesiedelt. Heute verfügen wir sowohl über Montagewerke als auch über Komponentenhersteller, es entsteht ein ganzes Ökosystem. Wir organisieren uns langsam, aber stetig.

Nur in der Region Timișoara?

Im Wesentlichen im Westen des Landes. Die beiden größten Montagebetriebe befinden sich in Timișoara (SMW für Decathlon und Corratec). Der drittgrößte und zugleich älteste Fahrradhersteller des Landes, DHS, hat seinen Sitz in Hunedoara, nur etwa zwei Autostunden entfernt. Mach1 befindet sich in der Nähe von Decathlon, Mavic wiederum in der Nähe von DHS. Seit Langem hat sich auch Campagnolo angesiedelt, ebenso seit Kurzem der Sattelhersteller DDK. So liegen wir nah beieinander, die Lieferwege zwischen den Partnern sind kurz und der Austausch wird erleichtert. Unser Ziel ist es, ein echtes Bike Valley zu werden.

Hat sich diese Entwicklung mit der neuen SMW-Produktionsstätte, dem Auftragsfertiger von Decathlon, beschleunigt?

Ja. Das Projekt stammt aus dem Jahr 2022 und verfügt über eine jährliche Kapazität von einer Million montierten Fahrrädern. Es braucht ein gewisses Produktionsvolumen, damit auch Zulieferer bereit sind zu investieren.

Was sind die konkreten Vorteile des Landes?

Es sind längst nicht mehr die Lohnkosten allein. Zwar sind auch in Rumänien die Kosten gestiegen, doch ausschlaggebend ist eine Kombination verschiedener Faktoren: ein hohes Ausbildungsniveau, verfügbare Fachkräfte und vergleichsweise geringe Anfangsinvestitionen. Gleichzeitig stoßen vollständig automatisierte Produktionssysteme bei einer volatilen Nachfrage zunehmend an ihre Grenzen. Wenn ein Modell nicht den erwarteten Erfolg bringt, können die Folgekosten erheblich sein. Rumänien bietet deshalb ideale Voraussetzungen für teilautomatisierte Lösungen. //

APROB - The Romanian Bicycle Producers Association zählt folgende Mitglieder: Decathlon, DHS, SMW, Corratec, Campagnolo, Allcolors, DDK, Chimera Group, Mach1, Carat Sport, Topband, Bosch und Leman Industrie.

27. Juli 2026 von Bruno Joly
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