2 Minuten Lesedauer

Forderung an Leasinganbieter

VDZ erteilt pauschalen Überführungskosten im Fachhandel eine Absage

In die aktuelle Debatte zu der Erhebung von Überführungskosten im Fahrradhandel hat sich jetzt auch der Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) eingeschaltet. Der Verband spricht sich dabei klar gegen pauschale Überführungskosten aus. Wie dies begründet wird und welche Alternativen vorschlagen werden.

Auslöser der Debatte, in der kurz vor Jahreswechsel auch der VSF nochmal seine Position präzisiert hatte, velobiz.de berichtete , sind nach Angaben des VDZ die weiterhin angespannte Marktlage mit hohen Lagerbeständen im Handel und bei der Industrie sowie die hohe Bedeutung des Dienstradleasings. Auch 2025 und voraussichtlich darüber hinaus sei der Markt durch starke Abverkaufsaktionen geprägt, die häufig mit sehr niedrigen oder sogar negativen Margen einhergingen. Vor diesem Hintergrund seien angepasste Konditionen im Leasinggeschäft – etwa geringere Rabatte oder prozentuale Aufschläge bei stark reduzierten Aktionspreisen – seit Jahren gängige Praxis und betriebswirtschaftlich nachvollziehbar.

Mehraufwand belastet

Der VDZ verweist darauf, dass diese Anpassungen weniger auf den Verkauf selbst als vielmehr auf die Struktur vieler Leasingmodelle zurückzuführen seien. Hohe Händlerprovisionen, zusätzliche Rabatte zugunsten der Leasinganbieter sowie zunehmende administrative Anforderungen führten zu einem erheblichen Mehraufwand im Fachhandel. Dieser werde insbesondere für kleinere und mittelständische Betriebe wirtschaftlich immer schwieriger zu tragen.

Kritisch sieht der Verband zudem, dass große Handelsketten, Filialisten und Versender häufig Sonderkonditionen, Großabnehmerverträge oder Rückvergütungen erhalten, während inhabergeführte Fachhändler regulären und teilweise verschlechterten Konditionen unterlägen. „Nach Anpassungen der Leasingkonditionen zeigt sich schnell, dass vor allem der inhabergeführte Fachhandel betroffen ist“, erklärt VDZ-Vorstandsmitglied Tobias Hempelmann. „Dabei sichern gerade diese Betriebe Service, Reparaturen und Vertrieb in der Fläche.“

Auch bei der Abwicklung von Versicherungs- und Schadensfällen im Dienstradleasing sieht der VDZ strukturelle Defizite. Umfangreiche Dokumentationspflichten, etwa durch Foto- und Bauteilnachweise sowie technisch aufwendige oder veraltete B2B-Portale, verursachten zusätzlichen Arbeitsaufwand in den Werkstätten. Dieser müsse differenziert und kostendeckend vergütet werden. Wo dies nicht der Fall sei, müsse der Aufwand über spezifische Stundenverrechnungssätze abgebildet werden.

Forderung an Leasinganbieter

Der VDZ fordert Leasinganbieter und Versicherungen zu einheitlichen, transparenten und zeitgemäßen Konditionen auf. Ziel müsse es sein, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer zu schaffen. Pauschale Überführungskosten seien dafür aus Sicht des Verbandes kein geeignetes Mittel.

14. Januar 2026 von Jürgen Wetzstein

Verknüpfte Firmen abonnieren

Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ)
Nur für Abonnenten
News
Nur für Abonnenten
Kommentare
Nur für Abonnenten
Stellenmarkt
Velobiz Plus
Die Kommentare sind nur
für unsere Abonnenten sichtbar.
Jahres-Abo
115 € pro Jahr
  • 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
  • 10 Ausgaben des exklusiven velobiz.de Magazins
Jetzt freischalten
30-Tage-Zugang
Einmalig 19 €
  • 30 Tage Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
Jetzt freischalten
Sie sind bereits Abonnent?
Zum Login