2 Minuten Lesedauer
Laut McKinsey ist die Mikromobilität ein Wachstumsmarkt.
i

Neue Studie vorgestellt

Kleine Mobilität, großes Marktpotenzial

Eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Co. hat mit Zahlen belegt, was man ohnehin schon ahnte: Die sogenannte Mikromobilität in den Städten boomt. Laut Studie haben Elektroroller, E-Bikes und E-Scooter gegenüber dem Auto die Nase vorn. Der Markt wächst zwei- bis dreimal so schnell wie Carsharing- oder E-Hailing-Dienste (Apps für die Mobilität).

Die Beratungsfirma rechnet damit, dass sich bis zum Jahr 2030 mit den Angeboten in der Mikromobilitätssparte in Europa bis zu 150 Milliarden Dollar umsetzen lassen, weltweit sogar bis zu 500 Milliarden Dollar.

„Zwei Faktoren erklären den aktuellen Boom“, erläutert Kersten Heineke, Partner im Frankfurter Büro von McKinsey und Co-Autor der Studie: „Die Nutzer mögen diese günstige und intuitive Form der Mobilität – zumal E-Tretroller und Co. in Städten oft das schnellste Verkehrsmittel sind.“ Auch aus Sicht der Anbieter sei der Markt attraktiv: Bei Anschaffungskosten von rund 400 Dollar für einen E-Tretroller könne man schon nach gut drei Monaten die Gewinnzone erreichen. Weltweit haben Investoren bislang 5,7 Mrd. Dollar in Micromobility-Startups gesteckt, von denen 85 Prozent nach China flossen. Heineke ergänzt: „Es gibt einige Startups, die schon mit mehr als 1 Milliarde Euro bewertet werden.“

„Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Städten mit mehr als einer Million Einwohnern“, sagt Florian Weig, Seniorpartner aus dem Münchener Büro von McKinsey und Mitautor der Studie. Doch die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit denen man sich in diesen Städten fortbewegt, ist nicht höher als 15 km/h. Zwar sind 50 bis 60 Prozent aller Fahrten in Städten kürzer als acht Kilometer und kommen damit für E-Roller, E-Bikes oder E-Tretroller in Frage – doch spielen Wetter, Produktangebot und Kundenakzeptanz eine wichtige Rolle. Demnach könnte für bis zu 15 Prozent dieses möglichen Marktes Mikromobilität eine Alternative sein.

Doch auch die Politik ist gefordert, wie Kersten Heineke betont: „Damit dieses Angebot funktioniert, sollte jetzt auch in Europa schnell ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen für alle Formen der Mikromobilität geschaffen werden.“ Noch steht die Entscheidung in Deutschland aus.

Die Studie ist online verfügbar unter: www.mck.de/micromobility

14. Februar 2019 von Nadine Elbert
Velobiz Plus
Die Kommentare sind nur
für unsere Abonnenten sichtbar.
Jahres-Abo
115 € pro Jahr
  • 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
  • 10 Ausgaben des exklusiven velobiz.de Magazins
Jetzt freischalten
30-Tage-Zugang
Einmalig 19 €
  • 30 Tage Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
Jetzt freischalten
Sie sind bereits Abonnent?
Zum Login