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Quelle Illustration: http://www.accell-group.com/
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Vertrieb über alle Kanäle:

Accell denkt laut über Omni-Channel-Strategie nach

Bei der niederländischen Accell-Gruppe herrschen derzeit unruhige Zeiten. Erst kündigen zwei wichtige Führungspersonen ihren Abschied an und dann sorgt auch noch Mitbewerber Pon mit einem – inzwischen abgelehnten – Übernahmeangebot für Tumult. Dabei wird in Fachkreisen fast übersehen, dass der Fahrradkonzern laut über eine Omni-Channel-Strategie nachdenkt. Im Gespräch mit dem Fachmagazin „Bike Europe“ hat Interims-CEO Hielke Sybesma nun erklärt, was hinter den Plänen steckt und auch wie diese mit dem jüngsten Abschied der oben genannten Top-Manager zusammenhängen.

Als Susanne Puello vor wenigen Wochen für viele in der Branche überraschend ihren Abschied bei der deutschen Accell-Tochter Winora Group ankündigte, wurden in einer entsprechenden Pressemitteilung „unüberbrückbare Differenzen aufgrund Umstrukturierungsmaßnahmen der niederländischen Accell Group“ als Grund für die Entscheidung genannt. Weitergehend wollte sich die langjährige Winora-Chefin zu den Gründen damals nicht äußern.

Mehr als eine nur ungefähre Ahnung über die Hintergründe vermittelt nun ein Bericht in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitung „Bike Europe“, der sich mit den Omni-Channel-Plänen der Niederländer beschäftigt und diese zumindest im Zusammenhang mit dem fast gleichzeitigen Abschied des langjährigen Accell-CEO René Takens als unmittelbaren Auslöser beschreibt. Die Neudefiniton der Gruppenstrategie von Accell sei direkt verlinkt mit dem Ausscheiden von Takens, heißt es dort. Die neue Strategie sei zudem „eine Leitlinie“ für den künftigen CEO, wird Interims-Chef Hielke Sybesma von „Bike Europe“ zitiert.

Auslöser für die neue Strategie sei ein neues Verbraucherverhalten: „Es ist der Verbraucher und nicht mehr die Industrie, die den Vertriebskanal eines neugekauften E-Bikes oder Fahrrads festlegen wird“, sagt Sybesma. Nicht zuletzt der Erfolg des E-Bikes eröffne zudem „zahlreiche neue Möglichkeiten im Markt“, die Accell künftig für sich nutzen wolle.

Die Antwort auf diese Entwicklung sei eine Omni-Channel-Strategie, also ein Vertriebsmodell, das nach klassischer Definition alle verfügbaren Vertriebswege bedient. Dabei soll jedoch auch die Kooperation mit dem Fachhandel gesucht werden, wie es im Bericht von „Bike Europe“ in einem Nebensatz heißt.

Ganz konkret kann man sich bei Accell sowohl die Übernahme bereits bestehender Online-Händler als auch den Aufbau eigener Internet-Plattformen vorstellen. Damit will Accell mittelfristig den Gesamtumsatz auf 1,5 Mrd. EUR (2016: 1,04 Mrd. EUR) hochschrauben. Für die Kosten der Umsetzung der neuen Strategie stünden finanzielle Mittel in Höhe von 20 bis 30 Mio. EUR zur Verfügung.

4. Mai 2017 von Markus Fritsch
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