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Finanzchef Stefan Mittag (links) und Messechef Klaus Wellmann
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Jahrespressekonferenz der Messe Friedrichshafen

„Außergewöhnliche und schwer vorhersehbare Situation“

Messestandorte haben unter dem Coroan-Lockdown besonders stark gelitten. Wie die Messe Friedrichshafen mit der Ausnahmesituation zurechtkam.

Ein erster Fokus der diesjährigen Jahrespressekonferenz der Messe Friedrichshafen galt allerdings dem Messejahr 2019, das umsatztechnisch deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr. Dieser Rückgang wurde erwartet, da turnusbedingt keine Fakuma, keine Pferd Bodensee und keine Fruchtwelt Bodensee stattfanden. Nicht zuletzt stand im Geschäftsjahr 2019 erstmals auch die OutDoor nicht mehr auf dem Programm. Insgesamt erzielte die Messe Friedrichshafen einen Umsatz in Höhe von 26,6 Mio. EUR, was laut Finanz-Chef ein positives Jahresergebnis von 270.000 EUR bedeutete. 45 Messen und Gastveranstaltungen, Tagungen und Seminare standen im Messejahr 2019 auf dem Terminplan. 653 879 Besucher und 7 867 ausstellende Unternehmen aus 66 Ländern wurden auf dem Messegelände gezählt. 3 138 Medienvertreter besuchten die Veranstaltungen am Bodensee.

Corona-Lockdown bremst aus

Im Geschäftsjahr 2020 kam die Messe Friedrichshafen gut aus den Startlöchern. So habe beispielsweise die 26. Motorradwelt Bodensee zum Auftakt einen Doppelrekord mit mehr als 50.000 Besuchern und mehr als 300 Ausstellern verzeichnet.
Mitte März folgte der Messe-Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Im Zeitraum von sechs Monaten musste die Messe insgesamt 26 Messen, Gastveranstaltungen sowie Betriebsversammlungen und Kongresse absagen. Ein harter wirtschaftlicher Einschnitt, verbunden mit Kurzarbeit der Mitarbeiter und erheblichen Einsparungen. „Der Ausfall trifft insbesondere auch die zahlreichen Dienstleister und Unternehmen, welche im direkten und indirekten Umfeld von Veranstaltungen ebenfalls Umsatz aus dem Messegeschäft generieren“, heißt es von der Messe Friedrichshafen – und Messechef Klaus Wellmann ergänzt: "Die üblichen umfangreichen Ausgaben durch die Messe-Gäste in der Stadt und Region sind gerade jetzt durch ihr Fehlen leider umso deutlicher spürbar".

Kreativität gefragt

In Krisenzeiten ist Kreativität gefragt, eine vorübergehende Nutzung der Messehallen sorgte für neue Impulse und für eine willkommene Belebung in schwierigen Zeiten. Das Autokino kam in der Bevölkerung sehr gut an. 14 000 Besucher und 82 Vorstellungen mit 31 Filmen erlebten vier Wochen lang echtes Kino. Fieberambulanz, Hallenvermietungen an Unternehmen aus der Region sowie Sitzungen des Gemeinderats brachten zusätzliche Belegungen in die Hallen.

Hoffnung auf Messeherbst

Die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen machen es bekanntlich unter bestimmten Bedingungen ab September wieder möglich, Messen durchzuführen. In Friedrichshafen sollen noch vor der Eurobike (24. bis 26. November) in Friedrichshafen wieder Veranstaltungen ausgerichtet werden. Gestartet wird in den Messeherbst mit der Interboot. Ein umfassendes und detailliertes Schutz- und Hygienekonzept wurde entwickelt. Weitere Gastveranstaltungen wie Interdive, Fakuma und Faszination Modellbau stehen zudem an. Und mit der European Rotors organisiert die Messe Friedrichshafen eine neue Veranstaltung für die internationale Helikopterbranche in Köln.

"Die Messe Friedrichshafen befindet sich derzeit in einer außergewöhnlichen und schwer vorhersehbaren Situation", erklärt Klaus Wellmann. Mit dem Engagement des Messeteams ist das Unternehmen aber gut vorbereitet für einen dynamischen und internationalen Messemarkt. "Auch hybride Formate, bei denen das Live-Erlebnis sinnvoll digital ergänzt wird, werden an Bedeutung gewinnen. Wir sind aber mehr denn je überzeugt, dass es ein großes Bedürfnis der Menschen ist und bleibt, sich persönlich zu treffen", so der Messechef abschließend optimistisch.

9. Juli 2020 von Jürgen Wetzstein

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