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Eröffnungsfeier mit zeremoniellem Flair für die China Cycle Show 2026.
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China Cycle Show 2026:

Chinesische Messe mit globaler Bedeutung

Die China Cycle Show 2026 in Shanghai zeigt, dass die Messe inzwischen international sehr bedeutsam ist. Das beweisen viele, mitunter auch europäische Aussteller, die mit dem Aufkommen und der Qualität der geschäftlichen Kontakte zufrieden waren.

Aerodynamische Verluste an den Rails will Prologo verhindern.Ananda zeigte neue Displays und Nabenmotoren in Shanghai.Neue Namensgebung des Produktsortiments von GatesMit dem neuen Roboter ANT von Holland Mechanics lässt sich bei der Laufradfertigung Zeit sparen.Am Stand von KMC galt viel Aufmerksamkeit neuen LG-Kassetten für Shimano Cues und vorgewachsten Ketten.Integrierter Stauraum bei ColnagoAventon setzt auf viele smarte und integrierte Lösungen, zum Beispiel am Modell Trava.Das Aventon Trava ist ein E-Bike mit vielen smarten Detaillösungen.Der Andrang in den meisten Hallen war groß auf der China Cycle Show. Dass der erste Messetag auf einen Feiertag fiel, half sicherlich dabei.Das neueste Produkt von Microshift, die 11-fach- Mountainbike-Schaltgruppe Advent MX stoße auf viel Interesse. Testen und sogar Verkaufen, das ging im Außenbereich der Messe.E-Bike und Zeitfahrrad in einem am Stand von Decathlon-Marke Van Rysel.Mountinbikes für die Jugend am Stand des chinesischen Herstellers Trinx32 Zoll ist im Kommen, wenn es nach Totem Bikes geht, nicht nur bei Mountainbikes, sondern auch im Gravel-Segment.Farbenfrohe Lackierungen fanden sich an vielen Ständen auf der China Cycle Show 2026.

Schon auf dem Blatt lesen sich die Eckdaten der China Cycle Show 2026 wie eine Kampfansage an andere internationale Messeformate. 160 Unternehmen aus mehr als 20 Ländern gaben in diesem Jahr Einblicke entlang der gesamten Lieferkette und Angebotsvielfalt der Fahrradbranche. Dass China ein wichtiger Standort der Fahrradindustrie ist, ist weithin bekannt. Guo Wenyu, stellvertretender Vorsitzender und Generalsekretär der China Bicycle Association, sagte beim Eröffnungsbankett über Chinas Branchenentwicklung: „Im Rückblick auf das vergangene Jahr hat Chinas Zweiradindustrie trotz der weiterhin uneinheitlichen weltweiten wirtschaftlichen Erholung den Belastungen standgehalten und stetige Fortschritte erzielt. Dank einer lückenlosen Produktionskette, anhaltender Innovationskraft und einer global ausgerichteten Präsenz haben wir uns die Position als treibende Kraft der weltweiten Zweiradindustrie gesichert, wobei unser jährlicher Exportanteil mehr als 60 % des weltweiten Marktanteils ausmacht.“

Internationaler Markt zeigt Präsenz

Die Messe, die in der vergangenen Woche verteilt auf 13 Hallen auf dem Messegelände in Shanghai stattfand, beweist eine zunehmende internationale Bedeutung. Viele europäische Player waren zumindest mit kleinen Messeständen präsent. Auch mit der Internationalität der Besucherinnen und Besucher zeigten sich die meisten Aussteller im Gespräch mit velobiz.de zufrieden. Vergleiche zwischen der Messe und Taipeh Cycle Show oder dem Branchen-Sorgenkind Eurobike fielen in mehreren Unterhaltungen.
Zum Standpunkt der Messe sagte Chris Bakker, Geschäftsführer von KMC Europe: „Die China Cycle Show ist eine chinesische Messe, die jetzt auch global gilt. In diesem Jahr ist hier ein hochwertigeres Publikum als vorher unterwegs. Man sieht nicht mehr nur chinesische Low-End-Produkte.“

Am Stand von KMC galt viel Aufmerksamkeit neuen LG-Kassetten für Shimano Cues und vorgewachsten Ketten.

Mit den beruflichen Kontakten könne man zufrieden sein, so Bakker. Auch aus europäischen Markten seien ein paar Kunden, tendenziell eher aus Osteuropa, vor Ort.
Die China Cycle Show, welche neben dem B2B-Publikum auch viele Endverbraucherinnen und Endverbraucher anziehen konnte, ist für KMC auch wichtig, um sich für den einheimischen Markt zu präsentieren. Der lokale chinesische Markt entwickle sich sehr gut, nach einem weniger guten Vorjahr, erklärt Bakker. Die Kundschaft erhöhe langsam, aber sicher, ihre Ansprüche und habe vor allem chinesische Marken im Blick. Diese gelte es als Marktteilnehmer im Auge zu behalten, mahnt Bakker. Durch Strafzölle würden mitunter große Hersteller von internationalen Absatzmärkten ferngehalten. Ein solcher Hersteller ist Trinx. Das chinesische Unternehmen präsentierte an seinem Stand mitunter farbenfrohe Jugend-Mountainbikes, eine Gattung, die gerade bei jungen Menschen in China im Trend liege. Als europäischer Fachbesucher ist es auf der China Cycle Show einfach, neue Hersteller kennenzulernen. An vielen Ständen, aber nicht allen, lässt sich auf Englisch kommunizieren.

Integration, 32 Zoll und mehr

Aber auch bekannte Markengrößen, wie Merida, Dahon oder Giant, haben ihren Weg nach Shanghai gefunden. Bei Antriebshersteller Bafang debütierte neue Getriebenabe RG E510.D mit automatischer 5-Gang-Schaltung für bis zu 120 Nm Drehmoment. Wettbewerber Ananda zeigte erstmals neue Displayoptionen sowie die Nabenmotoren R920 und R900. Die Decathlon-Marke Van Rysel präsentierte an ihrem Stand ein Zeitfahr-Rennrad mit E-Motor als Konzept sowie eine Kombination aus Fahrradschuh und Pedal.

Fahrradschuh und Pedal aus einem Guss am Van-Rysel-Stand

Produkte neu zu denken und besser zu integrieren, erwies sich vor Ort als weiterer großer Trend.
Dass High-End-Produkte in China immer gefragter sind, beobachtet Salvatore Truglio, Brand-Manager beim Sattelhersteller Prologo. Er sagte: „Der Markt in China entwickelt sich sehr schnell. Wir sind hier, um unsere Marke mit den Verbrauchern in Kontakt zu bringen.“ Beim neuen Rennrad-Sattel-Modell Choice setzt das Unternehmen auf aerodynamisch integrierte Rails, sowie ein reparierbares Design.

Aerodynamische Verluste an den Rails will Prologo verhindern.

Mit einem neuen Angebot richtet sich Prologo an Bikefitter: Die Lösung Pressure Map MyOwn misst Druckpunkte bei Testfahrten und ergänzt die bisherige Würfelstation zur Ermittlung des korrekten Sattels von Prologo. Seit wenigen Wochen sind die Geräte für den Fachhandel erhältlich. Truglio:„Ich glaube, die Messe ist sehr wichtig für den gesamten Markt, auch für europäische Akteure. Sie bietet einen guten Touch-Point, um Kontakte zu knüpfen und die eigenen Technologien, Erfahrungen und Marken dem Markt zu präsentieren.“
Mit einem großen Stand war Rennrad-Hersteller Colnago in Shanghai präsent. Der Hersteller hat in den letzten zwei Jahren 30 Marken-Stores in China aufbauen können. Besonders Profi und Colnago-Fahrer Tadej Pogačar habe dort viele Fans.
Ein paar Stände weiter konnten die Besucherinnen und Besucher smarte und integrierte Fahrradtechnik bei Aventon bewundern. Beim neuen Modell Trava setzt der Hersteller auf integrierte Rückleuchten an den Ausfallenden und ein leicht zu aktivierendes Schloss an der Hinterachse.

Aventon setzt auf viele smarte und integrierte Lösungen, zum Beispiel am Modell Trava.

Der Hersteller setzt insgesamt auf viele eigene Lösungen und ergänzt etwa die Motoren von Gobao mit einer eigenen Feinabstimmung, einem selbst entwickelten Interface und einer eigenen App. Mit einer besonderen Lösung kann der Hersteller mechanische Kettenschaltungen elektronisch und dadurch auch automatisch ansteuern. Der Schaltzug wird dafür in einem Gehäuse in der Kettenstrebe befestigt und in diesem von einem kleinen Motor aufgewickelt, um zu schalten. CEO und Gründer Jian Wei, sagte gegenüber velobiz.de: „Wir sind vor 13 Jahren in den USA gestartet und seit kurzem auch auf dem deutschen Markt. China hat auch großes Potenzial in der Zukunft. In der jungen Generation werden Mountainbikes in der Stadt gefahren. Da sehe ich viel Leidenschaft.“ Die Messe in Shanghai nutze man für wichtige Einblicke, und um den Team-Geist zu stärken: „Für Geschäftskontakte bietet die Messe Einblicke in die aktuellen Angebote und die Nachfrage. Wir nutzen die Messe, um die Verbindung unseres internationalen Teams zu stärken und um uns mit Lieferanten über künftige Projekte auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.“
Zufriedenheit mit dem in Shanghai wahrzunehmenden Interesse und der Qualität der Kontakte signalisierte Maschinenbauer Holland Mechanics. Die Gelegenheit nutzte das Unternehmen, um einen neuen Taper für Tubeless-Felgen zu zeigen und einen Roboter zu debütieren, der im Laufradbau sechs Speichen gleichzeitig spannen kann, bei Laufradgrößen zwischen 12 und 32 Zoll.

Mit dem neuen Roboter ANT von Holland Mechanics lässt sich bei der Laufradfertigung Zeit sparen.

So lässt sich viel Zeit einsparen oder der Prozess flexibilisieren, indem die Arme für unterschiedliche Nippel ausgerüstet werden, wodurch Umrüstzeiten wegfallen. Geschäftsführer Wouter van Doornik sagte: „Das heiße Thema für uns auf der Messe heißt: 32 Zoll. All unsere neuen Einspeichungsmaschinen und Roboter sind bereits dafür ausgelegt.“ Zur Messe ordnete van Doornik ein: „Die China Cycle Show ist eine der internationalsten Messen. Sie ist für uns äußerst wichtig, um Kunden aus der ganzen Welt treffen zu können, etwa aus Europa oder Südamerika.“

Positiver Einfluss auf Geschäfte

Gustaf Jaffer, bei Schaltungshersteller Microshift für das Produktmarketing zuständig, schätzt den unmittelbaren Einfluss, den die Messe in Shanghai für die Geschäfte des Unternehmens bieten kann. Während bei anderen Messen Impulse gesetzt würden, die man später nachverfolgen müsse, um sie umzusetzen, gelte auf der China Cycle Show, dass die Besucher bereit seien, direkt Geschäfte zu machen.

Eine neue Kassettentechnologie solle dafür sorgen, dass der Umwerfer schneller als bei allen anderen Schaltgruppen von Microshift schalten kann.

Viele Lieferanten, aber auch kleine und große Marktteilnehmer seien präsent. Die Messe sein ein echter One-Stop-Shop für Geschäftsbeziehungen.

Heute um 05:13 von Sebastian Gengenbach
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