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Foto: Cycling World Europe - Menschenmengen vor den Hallen und in den Hallen an allen Tagen.
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Besucherströme auf dem Areal Böhler

Cyclingworld Europe erzeugt Motivationsschub für die Fahrradbranche

Mit vielen Vorschuss-Lorbeeren ging die Cyclingworld Europe in Düsseldorf am vergangenen Wochenende an den Start. Die Ausstellungsfläche wurde deutlich erweitert, neue Präsentationskonzepte wurden erprobt. Nach drei intensiven Messetagen lässt sich feststellen: Die Cyclingworld Europe hat geliefert und die Fahrradbranche nimmt eine gute Portion Zuversicht und Motivation mit nach Hause.

Foto: Jürgen Wetzstein - Ein Teil der Ausstellungsstände beim Urban Hub - Ausgangspunkt für eine längere Teststrecke.Foto: Jürgen Wetzstein - Eingangstor zu Urban Hub

Es hat viel zusammengepasst an den drei Tagen in Düsseldorf: Der Wettergott zeigte sich fahrradfreundlich, so dass sich die Besuchermassen auf die Frei- und Testflächen und in den verschiedenen Hallen gut verteilten, gleichzeitig konnte mit 500 Marken, darunter die allermeisten hierzulande stark vertretenden Fahrradhersteller, schon im Vorfeld ein attraktives Ausstellerverzeichnis vorgelegt werden. Und auch eine Bestreikung des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Düsseldorf, am Sonntag war sogar die direkte Stadtbahnanbindung U76 zum Areal Böhler verwaist, konnte den Besucherstrom zur Cyclingworld nicht stoppen. So sind die nach Abschluss der Messe im Schlussbericht veröffentlichten Besucherzahlen glaubhaft.

Demnach strömten an den drei Messetagen 35.000 Besucher durch die Hallen, nochmals deutlich mehr als im Vorjahr mit 27.000 Besuchern. Zusammen mit dem Urban Hub kamen rund 50.000 Menschen zur Cyclingworld, darunter etwa 4.000 Fachbesucher sowie fast 400 akkreditierte Medienvertreter aus dem In- und Ausland. Mehr als 6.000 Testfahrer und -fahrerinnen absolvierten rund 20.000 registrierte Probefahrten, ein Plus von knapp 67 Prozent gegenüber 2025. „Die Cyclingworld Europe 2026 war in vielerlei Hinsicht ein besonderer Meilenstein: Noch nie durften wir so viele Besucher begrüßen, und gleichzeitig war die Atmosphäre so entspannt und inspirierend wie selten zuvor“, sagt Messechef Stefan Maly. Besonders der Urban Hub habe „neue Perspektiven aufgezeigt“, die man gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf weiterentwickeln wolle. Potenzial dazu ist sicherlich vorhanden, wie ein Besuch vor Ort gezeigt hat. Die Location ist auf alle Fälle gut gewählt in unmittelbarer Nähe zur Flaniermeile der Königsallee. Mit der Frequenz an den Ständen zeigten sich Aussteller im Gespräch mit velobiz.de durchaus zufrieden, vor allem weil Kontakte zu weniger vorinformierten Besucherinnen und Besuchern ermöglicht werden, die eher zufällig über den Urban Hub schlenderten. Geboten wurde hier zudem eine längere Teststrecke zum Ausprobieren, die recht rege genutzt worden sei. Ob sich am Ende der zusätzliche Aufwand zur Messe auf dem Areal Böhler lohnt, mit Personal und Fahrzeugen sowie dem logistischen Aufwand mit Auf- und Abbau – diese Frage muss sich am Ende jeder Aussteller für sich beantworten. Die Premiere des Urban Hub ist in Summe jedoch sicherlich gelungen.

Der Fokus der Cyclingworld Europe lag klar auf dem Areal Böhler, wo sich das vielmals gut informierte und fahrradinteressierte Publikum inspirieren ließ und ausprobierte. Bei den Ausstellern aus der Fahrradbranche sorgte dort der große Andrang für beste Stimmung. Ein Motivations- und Stimmungsschub, den die Fahrradbranche nach den schwierigen Jahren, die hinter ihr liegen, und den noch zu bewältigenden Herausforderungen, genau richtig kommt. Viel Führungspersonal aus Fahrradunternehmen war an den Ständen oder auf den Gängen zu treffen. Nicht wenige nahmen erstmals die Reise nach Düsseldorf auf sich, um sich selbst ein Bild von der Entwicklung der Cyclingworld zu machen. Im Gespräch mit velobiz.de zeigten sich viele Aussteller geradezu überwältigt von der Zugkraft der Veranstaltung, aber auch dem Format der Messe und dem eigenen Charakter der Messehallen auf dem Areal Böhler. Häufig zu hören war der Vergleich mit den früheren Jahren der Eurobike in Friedrichshafen, als die Fahrradbranche auf dem alten Messegelände noch rauschende Feste gefeiert hat. Doch um Nostalgie ging es den wenigsten auf der Cyclingworld. Vielmehr wurden einfach die Chancen genutzt, auch bei den neuen B2B-Formaten, um sich auszutauschen, fachzusimpeln, aber auch neue Technik auszuprobieren. Julian Oswald von der Scott Sports AG bringt es auf den Punkt: „Sehr gut besucht von Kunden als auch B2B-Partnern ist die Messe zu einem zentralen Anlaufpunkt der Fahrradbranche geworden.“ Neben großen Herstellern nutzten auch kleinere Marken die Bühne. Gerade diese Mischung prägt den Charakter der Veranstaltung. „Die Messe findet eine super Balance, sodass auch kleine Hersteller sich auf Augenhöhe mit großen Playern präsentieren können“, sagt beispielsweise Clemens Kircher von Iumentum Cargo Cycles.

Die Erwartungen an die Cyclingworld Europe wurden in Summe erfüllt oder sogar übertroffen, auch wenn sicherlich organisatorisch noch an der einen oder anderen Stellschraube gedreht werden kann. Aber Luft nach oben gibt es bekanntlich immer – und dem kleinen Messe-Team rund um Stefan Maly ist es zuzutrauen, die Messlatte weiter nach oben zu schrauben. Die nächste Cyclingworld Europe findet vom 12. bis 14. März 2027 erneut in Düsseldorf statt.

Heute um 14:00 von Jürgen Wetzstein
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