
Markt - T3-Studie 2026
Die Corona-Zuwächse schmelzen dahin
Die Studie untersucht die Beschäftigungszahlen und Umsätze der Fahrradwirtschaft im Jahr 2025 im Vergleich zu den Vorjahren und liefert zusätzlich aktualisierte Werte zur indirekten Beschäftigung und zu den wirtschaftlichen Effekten, die mit der Nutzung des Fahrrads einhergehen. Wenn man es knapp zusammenfassen wollte, könnte man sagen, dass sich die Branche behauptet hat, aber immer noch Herausforderungen überwinden muss.
74.300 Menschen waren 2025 direkt in den Sektoren Handel, Herstellung und Dienstleistungen beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr mit 76.700 Beschäftigten entspricht das einem Minus von 2400 Stellen oder 3,1 Prozent. Vom Höchststand des Jahres 2023 mit 77.500 Beschäftigten hat die Branche damit binnen zwei Jahren 3200 Arbeitsplätze verloren, ein Rückgang um 4,1 Prozent. Dabei sollte man nicht vergessen, wie steil der Aufbau zuvor war. 2020 zählte die Branche noch 64.400 direkt Beschäftigte.
Fast 200.000 Arbeitsplätze hängen am Fahrrad
Über die direkte Beschäftigung hinaus rechnet die Studie die indirekten und die induzierten Effekte hoch. Zu den 74.300 direkt Beschäftigten kommen 71.300 indirekt Beschäftigte, also Arbeitsplätze, die über bezogene Lieferungen und Leistungen entstehen, sowie 52.500 induzierte Stellen, die sich aus den Konsumausgaben der Beschäftigten ergeben. In der Summe sichert die Fahrradbranche mit ihren Kernbereichen Herstellung, Handel und Dienstleistungen damit mehr als 198.000 Arbeitsplätze. Auf jede direkte Stelle in der Fahrradwirtschaft kommen rechnerisch also rund 1,7 weitere Arbeitsplätze in der übrigen Volkswirtschaft.
Der Umsatz fällt nominal deutlich und real noch deutlicher
Die Umsatzentwicklung ist ebenfalls wichtiger Teil der Studie. Die Branche erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 25,2 Milliarden Euro nach 27,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Das ist ein Rückgang um 2,0 Milliarden Euro oder 7,4 Prozent. Der Umsatzhöhepunkt lag 2023 bei 29,3 Milliarden Euro, seither hat die Branche nominal 4,1 Milliarden Euro oder 14,0 Prozent eingebüßt. 2025 ist damit das zweite Minusjahr in Folge.
Der Langfristvergleich sieht auf den ersten Blick immer noch gut aus. 2019 lag der Umsatz bei 16,5 Milliarden Euro, gegenüber 2025 ergibt das ein nominales Plus von 8,7 Milliarden Euro oder rund 53 Prozent. Genau hier lohnt jedoch der zweite Blick, den die Studie mit ihrer zweiten Zeitreihe ermöglicht.
Preisbereinigt, also mit Berücksichtigung der Inflation, lag der Umsatz 2025 bei 20,8 Milliarden Euro nach 22,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entspricht einem realen Minus von 9,2 Prozent und liegt spürbar über dem nominalen Rückgang. Real erreichte die Branche ihren Höchststand bereits 2022 mit 26,3 Milliarden Euro, also ein Jahr vor dem nominalen Gipfel. Von dort aus hat sie bis 2025 rund 5,5 Milliarden Euro oder knapp 21 Prozent verloren. Mit 20,8 Milliarden Euro liegt die Fahrradwirtschaft preisbereinigt heute unter ihrem Wert von 2021 mit 23,4 Milliarden Euro und auch unter dem von 2020 mit 21,6 Milliarden Euro. Real ist die Branche damit auf dem Stand des ersten Corona-Jahres angekommen.
Wer die Studie im Detail analysieren will, erhält sie über Zukunft Fahrrad und T3 Transportation Think Tank.
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