
Messe - Eurobike
Die Erwartungen an die diesjährige Eurobike sind durchaus verhalten. Durch viele fehlende Ausstelle
Die Entscheidung, ob man die Messe besuchen wird, war für die meisten und für viele Jahre nur eine kurze Formalie. Eurobike ist Pflichttermin, entsprechend wenig gab es zu grübeln. In diesem Jahr wurde deutlich länger über diese Frage nachgedacht, als man je für möglich gehalten hätte. Wenn man dem nicht repräsentativen Branchen-Flurfunk trauen mag, dann wird zumindest in diesem Jahr vieles anders sein. Die Ausstellerstruktur wird von ambitionierten Newcomern, viele aus Asien, dominiert sein. Doch der europäische Markt ist immer noch stark vertreten. Die gezählten 800 Aussteller sind dennoch ein deutlicher Rückgang zu den 1500 Ausstellern im Vorjahr. Der Teil der Branche, der diesmal nicht selbst ausstellt, wird trotzdem zu großen Teilen als Besucher vor Ort sein. Das gilt insbesondere für die Industrieseite.
Die Messetage bleiben damit ein Branchentreff, für den die Verantwortlichen eine geeignete Bühne geschaffen haben, um sich austauschen und wohl auch manches Geschäft anstoßen zu können.
Ob im Cycle Cafe oder bei den verschiedenen Ausstellern, Treffpunkte für den persönlichen Austausch wird es reichlich geben.
Wer es digitaler mag, kann noch ein Networking-Tool der Eurobike nutzen. Verifizierte Branchenkontakte werden so per Matchmaking miteinander bekanntgemacht. Das Tool ist nicht nur während der Messetage, sondern ganzjährig verfügbar.
Viel Teststrecke für viel Praxis
Was die Eurobike auch dieses Jahr bieten wird, ist ein umfangreiches Testprogramm für die neuesten Fahrradtrends. Ein zwei Kilometer langer Test-Track sorgt dafür, dass die Fahrräder sämtlicher Segmente auf Herz und Nieren erprobt werden können.
Ein kleines Ärgernis ist bei den meisten Fahrradmessen, dass man all die schönen Bikes fürs Gelände nicht in ihrem natürlichen Habitat erproben kann. Meist fehlt es schlicht an den Trails und Höhenmetern, um diese Räder »in echt« zu erfahren. Mit der Trail Test Area will die Eurobike zumindest einen Eindruck davon ermöglichen, was mit den aktuellen Cross-, Gravel- und Mountainbikes fahrbar ist. Dafür sorgen eigens angelegte kleine Hügel, Steilkurven und wechselnde Untergründe.
Am Rahmenprogramm wurde nicht gespart
Nicht weniger relevant, vielleicht sogar relevanter als in vergangenen Jahren, wird das Rahmenprogramm der Eurobike sein. Ja, zweifellos fehlen ausstellerseitig in diesem Jahr sehr viele wichtige Marktplayer als Besuchspunkte. Aber das schafft sicher auch die Gelegenheit, das in der Vergangenheit oft von Besucherseite vernachlässigte Konferenz- und Vortragsprogramm mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Insgesamt 134 Events zählt der Messekalender während der Messetage. Ein Blick auf die Themen zeigt, dass kaum ein aktueller, relevanter Aspekt der Branche nicht auf der Eurobike ins Blickfeld gerückt wird. Neben Podiumsdiskussionen sind in der Zahl auch Formate wie die verschiedenen Summits, genannt sei der Innovation Summit, oder Treffpunkte wie die Investors Lounge enthalten. Auch das sind Gelegenheiten für spannende, relevante Inputs und neue Kontakte.
Wirklich spannend an der Eurobike ist aber nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Wie inzwischen bekannt ist, zieht nächstes Jahr die Eurobike wieder auf ihren ursprünglichen Termin Anfang September. Mit den Messeplänen der anderen Gesellschaften entsteht in dieser Zeit ein ziemlicher Messestau. Viele Köche werben mit ähnlichen Gerichten um die gleichen Gäste.
Ob diese Situation bis dahin so noch bestehen wird, sei einmal dahingestellt. In Stein gemeißelt ist bislang wenig. Wer die größere Strahlkraft und damit Anziehungskraft hat, wird sich früh genug zeigen. Doch das ist dann eine Geschichte für ein anderes Mal.
Für dieses Jahr verspricht die Eurobike Innovation, Austausch und Impulse an einem Ort. Wenn ihr das gelingt, bleibt sie Leitmesse. Auf jeden Fall wird sie auch dieses Jahr ein wichtiger Treffpunkt der globalen Fahrradbranche sein. //
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