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Ungefähr 6000 vorbestellte Schlösser wurden bereits verschickt.
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Vor Ort in Leipzig

Die Macherinnen des Texlock feiern den Markteintritt

Als sich die Geschäftsführerinnen Alexandra Baum und Suse Brand 2013 gemeinsam entschlossen, ein Fahrradschloss aus Hightech-Textilfasern zu entwickeln, lag dieser Tag noch in weiter Entfernung: Am 1. März 2018 war es nun endlich soweit, das Texlock kam offiziell in den Handel. In ihrer Präsentation anlässlich der Release-Party am letzten Freitag stellte Alexandra Baum noch einmal die Stationen der Erfolgsstory vor. Außerdem gab es einen exklusiven Einblick in die Produktion der Schlösser.

Ungefähr 6000 vorbestellte Schlösser wurden bereits verschickt.Die schwarze Variante ist mit 40% Absatz das beliebteste Texlock.Die Produktion von Texlock ist in einem ehemaligen Club im Leipziger Westwerk untergebracht.

Bereits zwischen Oktober und November 2017 wurden um die 6000 Schlösser produziert und an die Vorbesteller über Kickstarter und Backerkit versendet. Seit 1. März können Endkunden nun auch über den Online-Shop bestellen oder ihr Texlock bei einem der 180 deutschen Händlern erwerben. Bis Ende 2019 will man laut Vertriebsleiter Jürgen Gerlach 500 Händler in Deutschland bestücken, in der Schweiz wird es eine Kooperation mit Daniel Bühler von der E-Motion Distribution AG geben. Bis zu 100 Texlock-Schlösser werden in einem ehemaligen Club in den Lagerhallen des Leizpiger Westwerks am Tag produziert. Ziel sei es laut Vorarbeiter Peter Seebe, 1000 Schlösser in der Woche zu schaffen.

Kickstarter-Kampagne als Marktforschung

Zunächst gab es das Schloss in unzähligen Farben und vier Größen. „Aus einer gewissen Naivität heraus haben wir halt natürlich sehr viele Varianten angeboten“, gibt Geschäftsführerin Alexandra Baum zu. Die Kickstarter-Kampagne diente dann auch als Marktforschung, um zu sehen, was die Kunden überhaupt wollen. Übrig geblieben sind vier Farbvarianten und drei Größen. 40 Prozent der Kunden bevorzugen das schwarze Schloss, das schwarz-graue, schwarz-goldene und neon-lachsfarbene machen jeweils 20 Prozent aus. Die beliebteste Größe ist mit 60 Prozent die M-Ausführung, die S-Variante bestellen 25 Prozent der Kunden, die L-Größe bringt es auf 15 Prozent. Die Lieferzeit liegt bei durchschnittlich drei bis fünf Tagen, einige Varianten sind allerdings aktuell schon vergriffen.

Mit einem Verkaufspreis zwischen 109,95 EUR und 129,95 EUR ruft Texlock Preise auf, die der höheren Preiskategorie für alternative Ketten-, Bügel-, Faltschlösser entsprechen. Zu rechtfertigen sei dieser Preis durch die manufakturartige Produktion in Deutschland, heißt es vom Hersteller. Aber nicht nur die Produktion des Schlosses selbst spielt sich in Deutschland ab, auch die Vorlieferanten kommen aus dem Inland. Seit zwei Jahren arbeitet die Texlock GmbH beispielsweise mit der Seilflechter-Tauwerk GmbH aus Braunschweig zusammen, die das Seil für das Schloss liefert. Hier trifft das Wissen und die Erfahrung eines 1745 gegründeten, traditionsreichen Unternehmens mit dem Pioniergeist des jungen Start-Ups zusammen.

Viele Unterstützer und etliche Auszeichnungen

„Im Nachgang betrachtet muss man auch sagen, wir haben so viel Glück gehabt und es ist so viel zusammengekommen, was dann auch wiederum was bewirkt hat, dass es irgendwie schon Wahnsinn ist“, resümiert Alexandra Baum. Auf dem Weg von der Idee zum Markteintritt gab es viele Unterstützer: das EXIST-Programm des Bundeministeriums für Wirtschaft und Energie bescherte drei Mitarbeitern ein einjähriges Stipendium. Zwischen Oktober 2016 und März 2017 konnte Texlock von Expertencoachings und Präsentationstrainings durch SpinLab profitieren. Dieser Leizpiger Accelarator unterstützt junge Start-Ups, indem er ihnen unter anderem Büroflächen zur Verfügung stellt und sie mit potenziellen Investoren in Kontakt bringt.

Als Investor engagierte sich bei Texlock die Sächsische Beteiligungsgesellschaft mit 500.000 EUR Kapital. Und einige Preise und Auszeichnungen konnte das Leipziger Start-Up auf seinem Weg zur Marktreife auch einsammeln: den Techtextil Innovation Award 2017 in der Kategorie “new product”, den IQ Innovationspreis der Stadt Leipzig 2017, den Outdoor Industry Award 2017, den German Design Award 2018 – um nur einige von einer langen Liste zu nennen. Gerade der German Design Award sei eine Auszeichnung, mit der man sich „langfristig schmücken kann“ und der Alexandra Baum gerade deswegen so wichtig ist, weil er zeigt, „dass das Ganze nicht auf so einer Sportebene hängen bleibt“, da das Texlock eben auch „ein Lifestyle-Produkt“ sei.

15. März 2018 von Nadine Elbert

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