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Schaltung vorne, Antrieb hinten - Pinion macht es möglich.
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Pinion-Schaltung eröffnet neue Möglichkeiten

E-Bike-Markt: Sind Mittelmotoren das Maß aller Dinge?

Spätestens seit dem Siegeszug des Bosch-Antriebssystems in der Fahrradbranche hat sich das Pendel bei der Antriebsausstattung von Pedelecs deutlich in Richtung Mittelmotor und gegen Radnabenmotoren ausgeschlagen - insbesondere bei denen im Fachhandel angebotenen Modellen. Doch ist der Mittelmotor in Kombination mit einer Schaltung am Hinterrad aus technischer Sicht das Maß aller Dinge? Christoph Lermen, Geschäftsführer von Pinion, erläutert im Gespräch mit velobiz.de seine Sichtweise. Zusammen mit Antriebs-Spezialist

Schaltung vorne, Antrieb hinten - Pinion macht es möglich.Neue 9-Gang Pinion-Schaltung P1.9XRChristoph LermenNabenmotor von GO SwissDriveInnenleben eines Nabenmotors

GoSwiss Drive, bringt Lermen die Vorteile einer alternativen Antriebs-/Schaltungskombination aktuell bei Fahrradherstellern, aber auch bei den Nutzern wieder stärker ins Gespräch und will damit gleichzeitig auch zu einem Umdenken anregen.

„Die Reihenfolge von Motor und Schaltung spielt eine viel größere Rolle als allgemein angenommen und zum Verbraucher kommuniziert wird. In Bezug auf das Fahrgefühl, aber auch die Belastung der Komponenten ist es ideal, wenn die durch den Radfahrer eingebrachte Kraft nicht sofort verstärkt wird und dann mit Wucht auf die Kette und die nachfolgenden Schaltungskomponenten wirkt. Die unausweichliche Folge ist ein deutlich erhöhter Verschleiß.“

Hinzu kommt die Entwicklung hin zu immer höheren Drehmomenten, die Mittelmotoren heute – zumindest kurzfristig – leisten können, was die Belastung, insbesondere der Naben weiter erhöht.

Für Lermen bringt die Kombination einer Tretlagerschaltung mit einem Hinterradmotor hier entscheidende Fortschritte: „Die Entkopplung der selbst eingebrachten Kraft am Tretlager und der Motorunterstützung am Hinterrad bringt dem E-Bike-Fahrer wieder das Gefühl für das Radfahren und den richtigen Schaltzeitpunkt zurück. Vielfach wird berichtet, dass bei E-Bikes kaum noch geschaltet wird. Unserer Einschätzung nach ist dieses Phänomen vor allem auf die kaum wahrnehmbare Rückmeldung aus dem Antriebssystem und eine dementsprechend wenig intuitive Bedienbarkeit zurückzuführen. Zudem sind die Schaltvorgänge unter der zusätzlichen Last hier sehr ruppig. Die Anbieter von Tretlagermotoren versuchen den systemischen Nachteil durch mehr Elektronik am Rad, wie zum Beispiel eine elektronisch gesteuerte Unterbrechung des Motors beim Schaltvorgang auszugleichen. Das gelingt teilweise recht gut. De facto bedeutet es aber immer einen höheren Aufwand und mehr störanfällige Komponenten.“

Zusammengefasst bringt laut Pinion die alternative Anordnung Schaltung vorne, entkoppelter Antrieb hinten folgende Vorteile: weniger Belastung für die Schaltungsbauteile, weniger zu erwartender Verschleiß, weil es sich um zwei geschlossene Systeme handelt, dazu agiles Fahrverhalten mit präzisen Gangwechsel in jeder Fahrsituation sowie sehr geräuscharmes Radfahren.

Eigenschaften, die insbesondere qualitätsorientierte Vielfahrer, aber auch Käufer von Premium-E-Bikes zu schätzen wissen dürften.

Hinzu kommen für den Fahrradhersteller eine größere Freiheit im Design der Räder, um sich vom Wettbewerb abheben zu können.

2. Juni 2015 von Jürgen Wetzstein
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