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Trotz Milliardenumsätze

Erhebliche Potenziale im Fahrradtourismus bleiben ungenutzt

Fahrradtourismus ist kein Nischenmarkt, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Jedoch bleiben erhebliche Potenziale ungenutzt. Das sind erste Ergebnisse der neuen Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“, die der Deutsche Tourismusverband (DTV) mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) erarbeitet hat.

Die Zahlen lassen aufhorchen: Im Jahr 2025 haben fahrradtouristische Reisen und Tagesausflüge einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro an den Zielorten in Deutschland und eine direkte und indirekte Wertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro ausgelöst. Das geht aus den soeben veröffentlichten Ergebnissen der Untersuchung des DTV hervor.
Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung zeigen die Untersuchungsergebnisse erhebliche Potenziale für die weitere Entwicklung. 27,8 Millionen Menschen zwischen 14 und 74 Jahren interessieren sich stark für Radfahren oder Mountainbiken im Urlaub. Doch längst nicht alle setzen dieses Interesse in tatsächliche Reisen oder Ausflüge um. Besonders bei jüngeren Menschen, Familien und urbanen Zielgruppen werden Chancen gesehen, zusätzliche Gäste zu gewinnen. Auch potenzielle Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, und ältere, reisefreudige Zielgruppen bieten weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Radangebote wachsen

Die Voraussetzungen für den Radtourismus haben sich heierzulande deutlich verbessert. Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine starke Grundlage für den Fahrradtourismus geschaffen. Seit der ersten Grundlagenuntersuchung im Jahr 2009 ist das bundesweit vermarktete Angebot von rund 150 auf 320 Radrouten gewachsen. Die Gesamtlänge stieg von rund 50.000 auf mehr als 100.000 Kilometer. Zugleich haben sich digitale Informationen, Qualitätssicherung und touristische Services weiterentwickelt.

In der Grundlagenuntersuchung wird empfohlen, die vorhandene Infrastruktur stärker in attraktive, einfach nutzbare und buchbare Reiseerlebnisse zu übersetzen. Dafür müssten Radwege, Mobilitätsangebote, Services, digitale Informationen und touristische Produkte besser ineinandergreifen. Ziel sei es, das große Interesse am Radfahren stärker in tatsächliche Reisen und Ausflüge zu übersetzen und damit die regionale Wertschöpfung weiter zu stärken.

Kurzbericht vorab

Die neue Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ knüpft an die erste bundesweite Untersuchung aus dem Jahr 2009 an. Sie beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrradtourismus, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie aktuelle Trends und Herausforderungen. Darüber hinaus leitet sie Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung des Fahrradtourismus in Deutschland ab.

Einen ersten Einblick in die zentralen Ergebnisse bietet der bereits verfügbare Kurzbericht. Die Veröffentlichung der vollständigen Grundlagenuntersuchung mit vertiefenden Analysen und Handlungsempfehlungen erfolgt zeitnah.

Heute um 09:00 von Jürgen Wetzstein
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