
Nach Rückrufen von Komponenten aus Carbon
Ernst Brust klärt über verschiedene Testverfahren auf
„Fahrräder und ihre Komponenten sind im oberen Qualitätsbereich so hochwertig geworden, dass ein zerstörender Test ihrer Betriebsfestigkeit oft weniger kostet als das getestete Teil selbst. Man denke nur an Federgabeln oder Carbonrahmen. Zerstörungsfreie Prüfungen werden deshalb immer wichtiger zur Überwachung der Serienkonstanz von Carbonteilen, die man eigentlich alle prüfen muss, denn zu groß sind die Fertigungstoleranzen bei der manuellen Herstellung von Faserverbundwerkstoffen. Geringstes Gewicht und niedrigster Preis bei hoher Qualität? Diese Ziele widersprechen sich, optimale Ergebnisse erfordern sorgfältigste Qualitätssicherung.
Wiegen und verbiegen ...
... war in den letzten Jahren eine besonders beliebte Testmethode. Gewichte können aufs Gramm und Steifigkeiten aufs zehntel Grad gemessen werden, in kürzester Zeit, mit einfachen Hilfsmitteln und ohne jeden Verbrauch von Testmaterial. Man kann Verhältniszahlen „stiffness to weight“, also Steifigkeit zu Gewicht, bilden und Bestenlisten aufstellen, aber man kann die Betriebsfestigkeit eines Fahrradrahmens nicht bewerten. Es bleibt eine Ergonomie- und Komfortanalyse.
Thermoimpulsfotografie ...
... ist aus technischen Grenzbereichen, z. B. dem Flugzeugbau bekannt. Die Ausbreitung der Wärme nach einer thermischen Anregung wird u. a. auch durch Materialfehler und Inhomogenitäten im Bauteil gestört. Aufnahmen aus unterschiedlichen Positionen ermöglichen eine genaue Analyse der inneren Struktur eines Bauteils.
Röntgenbilder ...
... sind nicht nur aus der Medizin bekannt. Besonders am Bildschirm lassen sich durch Röntgenstrahlen – die Engländer sagen x-ray, innere Strukturen der Bauteile gut erkennen. Durchstrahlprüfungen lassen die abweichende Materialdicke oder verschiedene Materialien erkennen.
Nutzanwendung ...
... finden diese drei Testmethoden – bei denen kein Material zerstört wird – im Fahrradbau bei der Überwachung der Serienkonstanz von Bauteilen. Bewerten kann man aber nur, wenn man die Bewertungskriterien kennt. Wärmebilder und Röntgenaufnahmen kann man sehen, man ist aber nicht sicher, ob man versteht, was man da sieht. Deshalb ist es erforderlich einen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen und diese Möglichkeit mit einfachen Mitteln in der Serienfertigung zu nutzen.
Velotech.de GmbH arbeitete bisher mit externer Thermoimpulsfotografie.
- Das Neuteil wird messtechnisch erfasst.
- Die Messungen werden ausgewertet.
- Das Neuteil wird im Labor belastend getestet.
- Die Testergebnisse werden bewertet.
- Das getestete Teil wird nochmals messtechnisch untersucht.
- Die Messungen werden ausgewertet.
- Die Auswertebilder vor und nach dem Belastungstest sowie das Testergebnis werden zur Definition der Sollwert-Vorgaben für zerstörungsfreie Serienüberwachung genutzt.
- Kontrolltests sichern die Serienüberwachung
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