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Die Fahrradproduktion hat in Sangerhausen eine lage Tradition.
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Landkreis in der Bredouille

Fahrradproduktion in Sangerhausen wieder in den Schlagzeilen

In der bewegten Geschichte zur Fahrradproduktion in Sangerhausen wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Warum die Lokalpolitik an mehreren Fronten kämpfen muss.

Nachdem die Sachsenring Bike Manufaktur GmbH die Fahrradproduktion aus der Insolvenz der Mifa-Bike GmbH übernommen hatte, schien in Sangerhausen wieder etwas Ruhe einzukehren. Vorausgegangen waren mehrere Insolvenzen des Fahrradherstellers Mifa gepaart mit Neuanfängen und ambitionierten Plänen in Sangerhausen, die jedoch am Ende alle scheiterten.
Die Sachsenring Bike Manufaktur mit dem neuen Inhaber Stefan Zubcic nahm 2017 einen neuen Anlauf im alten Mifa-Werk im Zentrum von Sangerhausen. Es gab berechtigte Hoffnung, dass die Fahrradproduktion in Sangerhausen wieder in eine erfolgreiche Richtung gelenkt werden könnte. Doch jetzt ziehen offenbar wieder dunkle Wolken in Sangerhausen auf. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet , habe der Kreistag dem Fahrradhersteller Sachsenring Bike GmbH ein Ultimatum gestellt, um ausstehende Mietschulden einzutreiben. Von einer Kündigung des Gewerbemietvertrags ist die Rede, falls die Mietrückstände nicht beglichen würden. Eine Frist bis zum 1. Dezember sei gesetzt worden, heißt es im Bericht.

Vergangenheit holt Landkreis ein

Ein anderes Thema in Bezug auf die Fahrradproduktion in Sangerhausen beschäftigt aktuell die Lokalpolitik. Dieses Thema wurzelt jedoch im Jahr 2014. Zur Erinnerung: Die damalige Mifa AG war damals in finanziellen Schwierigkeiten geraten. Zur Rettung kaufte der Landkreis Mansfeld-Südharz das Betriebsgelände in der Innenstadt für 5,7 Mio. EUR, um es anschließend wieder an die Mifa zu vermieten velobiz.de berichtete . Die Insolvenz der Mifa AG konnte damit bekanntlich nicht verhindert werden. Doch jetzt kommt es für den Landkreis Mansfeld-Südholz offenbar noch dicker, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Der damalige Schachzug zur Rettung des angeschlagenen Fahrradherstellers könnte dem Landkreis jetzt teuer zu stehen kommen. Denn: Bis zum Bundesgerichtshof wurde verhandelt, ob der Deal seinerseits überhaupt rechtens war. Wie sich nun zeigt, war er es offenbar nicht, was jetzt weitreichende Folgen nach sich zieht. Die damals vom Landkreis gekauften Flächen fallen an den Insolvenzverwalter zurück die Insolvenzmasse und auch erhaltende Mieten müssen zurückgezahlt werden. Von den bezahlten 5,7 Mio. EUR wird der Landkreis vermutlich nur einen Bruchteil wiedersehen. Ein teurer Preis für einen gut gemeinten Rettungsversuch des Fahrradherstellers, der zu Hochzeiten über 750.000 Fahrräder in Sangerhausen produzierte.

17. November 2020 von Jürgen Wetzstein

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