
Im Reklamationsfall:
Marktpreis nicht auf Kosten des Fachhandels erkaufen
Die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Handelspartnern wird gerade im Reklamationsfall mitunter auf eine harte Probe gestellt. Themen wie „Qualität der Vormontage“, Häufigkeit reklamationswürdiger Mängel“, „Dauer der Reklamationsbearbeitung, ‚Umfang der anerkannten Arbeitswerte‘, ‚Vergütung der AWs‘ sowie ‚Transparenz und Einfachheit des Reklamationsprozesses‘ rücken in den Mittelpunkt bei der Bewertung dieser Zusammenarbeit und wurden deshalb als Kategorien bei der Mitgliederumfrage gewählt. Vornweg: Ziel dieser gemeinsamen Umfrage beider Verbände war nicht ein öffentliches Ranking zu erstellen und vermeintliche Gewinner zu ermitteln oder Verlierer an den Pranger zu stellen. Vielmehr will man die daraus resultierenden Erkenntnisse in direkten Gesprächen mit den Lieferanten nutzen.
Arbeitswerte größter Schmerzpunkt
Insgesamt bieten die Ergebnisse aus der Umfrage viel Gesprächsstoff. Der Handel nimmt Stärken und Schwächen seiner Lieferanten sehr differenziert wahr. Lieferanten können sich bei der Reklamationsabwicklung einen relevanten Wettbewerbsvorteil verschaffen. Weit auseinander gehen die Bewertungen in der Kategorie ‚Umfang‘ und ‚Vergütung der anerkannten AWs'. Es geht also ums Geld – und da trennt sich Spreu von Weizen. Die Range reicht hier von 1,86 bis 7,00 Punkten, bei bis zu zehn möglichen.
Auf eine Auffälligkeit wird hingewiesen: Besonders unterdurchschnittlich schneiden Volumenhersteller ab, die mit offensiver Preisgestaltung an den Markt gehen. Die größten Schmerzpunkte des Handels liegen demnach in der Anerkennung und Vergütung von Arbeitswerten. Hierbei werden häufig nur die unmittelbaren Tätigkeiten, beispielsweise die De-/Montage einer Gabel berücksichtigt. Zur Durchführung notwendige weitere Arbeitsschritte, etwa die De-/Montage von Lenker und Bremse, bleibt in aller Regel ohne Vergütung.
Dazu haben beide Verbände eine klare Meinung: „Auch diese Arbeitsvorgänge brauchen Zeit, und Arbeitszeit ist im Fachhandel ein äußerst wertvolles Gut. Deshalb gehört es zum partnerschaftlichen Verständnis, diese Leistungen und Aufwände anzuerkennen. Darüber müssen wir als Vertreter des Handels mit einigen Herstellern unbedingt ins Gespräch kommen“, sagt Uwe Wöll, Geschäftsführer des VSF. „Wird der Marktpreis auf Kosten des Fachhandels erkauft, stimmt die Gewinnverteilung nicht."
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