
Schlussbericht nach Premiere:
Messeveranstalter: „Spürbare Aufbruchstimmung“ bei erster Outdoor by ISPO
Der Schlussbericht der Messe München fällt freilich positiv, sogar euphorisch aus, wenn man die Worte von Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, zum Maßstab nimmt: „Der große Zuspruch aus der Branche beweist den Erfolg unseres neuen Konzepts. Wir konnten unsere Versprechen aus dem Vorfeld einlösen und sogar übertreffen. Gemeinsam mit der Branche sind wir in ein neues Zeitalter gestartet, in dem „Outdoor“ keine vorgegebene Definition der Industrie, sondern der Überbegriff für die individuelle Haltung eines jeden Einzelnen ist.“
22.000 Fachbesucher
Zunächst die nackten Zahlen: Laut Schlussbericht besuchten mehr als 22.000 Fachbesucher aus rund 90 Ländern die Messe. Rund zwei Drittel kamen aus dem Ausland. Die besucherstärksten Länder waren (in dieser Reihenfolge) Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, UK, Frankreich und die Niederlande. Sie trafen auf 1018 Aussteller aus 35 Ländern.
Offenes Hallenkonzept
Neu Wege gingen die Messeveranstalter bei dem Hallenkonzept, das mit breiten, offenen Mittelgängen, den Besucherstrom von den Hauptgängen hinein in die Hallen locken sollte. Damit entstand eine erste Reihe, die sich durch die gesamte Halle zieht – und nicht nur wie sonst meist üblich an der Stirnseite der Halle. Dass gerade diese Stirnseite mit einer Holzwand als Sichtschutz abgeschirmt war, erschloss sich zwar nicht jedem auf Anhieb, erwies sich aber letztlich dennoch als gelungener Schachzug in Sachen Besucherführung. Und den ausstellenden Unternehmen stand dabei mehr Freiraum für die Präsentation zur Verfügung. Die präsentierten Themen reichten von den klassischen Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Klettern über Trailrunning, Wassersport und Urban Outdoor bis hin zur erstmaligen Integration von Adventure Travel und Bike.
Apropos Bike:
Hier konnte die Messe OutDoor by Ispo den einen oder anderen prominenten Namen neu gewinnen, allen voran die Softgoods-Marken Endura und Ion, die sich in Gesellschaft von prominenten Outdoor-Marken wie Vaude oder Ortlieb sicherlich in guter Gesellschaft wähnten. Eher enttäuschend, weil doch lieblos und vor allen Dingen eher abseits des Messegeschehens am Rande der Zeltpräsentation in Halle C5 positioniert, war der Bike Test Track, auf dem sich die Marken Husqvarna, Raymon, Scott, BH Bikes, Cake, Ttici, Geos, HNF Nicolai sowie TQ Systems mit Testrädern präsentierten. Dementsprechend ruhig verlief die Messe hier für diese Aussteller.
Nachhaltigkeit als Branchenthema
Über alle Segmente hinweg war ein Thema allgegenwärtig: Nachhaltigkeit bei der Produktproduktion – insbesonders bei der Textil- und Faserherstellung. Alternativen zu konventionellen Kunstfasern sind gefragt - und wurden mit recycelten Polyesterfasern und natürlichen Stoffen, wie beispielsweise Fasern aus Holz oder Braunalgen auch gezeigt. Mit der Einführung eines eigenen Code of Conducts, einem Verhaltenskodex für umweltfreundliches und sozialverantwortliches Handeln, positionierten sich auch OutDoor by ISPO klar in Sachen Nachhaltigkeit. Er gab Organisatoren, Ausstellern und Besuchern der Messe konkrete Empfehlungen, klimaneutral und nachhaltig zu handeln. Das ISPO-Team selbst achtete bei der Planung und Umsetzung der Veranstaltung ebenfalls darauf, ressourcensparend zu agieren. So wurde an vielen Stellen auf den Einsatz von Teppichen verzichtet oder aber auch das Licht gedimmt.
Aufbruchstimmung?!
Die Veranstalter sprechen im Schlussbericht von einer Aufbruchstimmung. Ohne Frage setzte das neue Messeformat an einigen Stellen neue Akzente, vielfach wurde aber auch deutlich, dass man auch in München nur mit Wasser kocht – und viele Herausforderungen erst noch bewältigt werden müssen – beispielsweise wie wieder mehr Fachpublikum und allen voran Fachhändler zum Besuch einer Fachmesse bewegt werden können. Denn wie viele Aussteller gegenüber velobiz.de berichteten, war nach sehr verhaltenem Start bei hochsommerlichen Temperaturen am Messe-Sonntag nur der Montag ein wirklich starker Messetag.
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