
32-Zoll-Laufräder auf dem Prüfstand
Newmen untersucht neue Laufradgröße im Detail
Inzwischen zeichnet sich ab, dass die neue Laufgradgröße von 32 Zoll keine Eintagsfliege sein wird. Doch immer noch befindet sich die Markteinführung in einer sehr frühen Phase. Es fehlen in der Regel noch umfassende Erfahrungswerte und oft genug ein vollständiges Verständnis der Physik an diesen Laufrädern. Komponentenhersteller Newmen, insbesondere bekannt für seine Laufraderfahrung, hat inzwischen umfangreiche Tests durchgeführt und teilt die eigenen Einsichten mit dem Markt. Wenn man den Schlüssen von Newmen folgen mag, dann zeichnet sich ab, dass noch junge Standards als direkte Folge der größeren Laufräder an Bedeutung gewinnen werden.
Mehr Durchmesser, weniger Steifigkeit
Der Sprung auf 32 Zoll bedeutet einen um 64 Millimeter größeren Durchmesser im Vergleich zu etablierten 29-Zoll-Laufrädern. Zwar bringt das neue Maß Vorteile wie ein besseres Überrollverhalten, mehr Laufruhe und eine höhere Geschwindigkeit mit sich, es geht jedoch mit einem erhöhten Gewicht und einem deutlichen Steifigkeitsverlust einher. Bei einem identischen Aufbau verwinden sich 32-Zoll-Laufräder bei seitlicher Belastung im Schnitt um rund 31 Prozent stärker als 29-Zöller. Eine zu geringe Seitensteifigkeit beeinträchtigt nicht nur ein präzises Fahrgefühl, sondern erhöht auch die Serviceanfälligkeit drastisch, da sich Speichen im Fahrbetrieb leichter entlasten und sich dadurch Nippel lösen können.
Ansätze zur Steifigkeitsoptimierung
Um dem störenden Flex entgegenzuwirken, stehen Herstellern verschiedene Wege offen, die jedoch unterschiedliche Konsequenzen haben:
Mehr oder dickere Speichen:
Der Einsatz von schwereren Speichen oder eine generelle Erhöhung der Speichenanzahl (von 28 auf 32 Loch) verbessert die Steifigkeit um etwa 7,5 bis 10,9 Prozent. Dies bringt jedoch ein unerwünschtes Mehrgewicht von über 40 Gramm pro Laufradsatz mit sich, verschlechtert nachweislich die Aerodynamik und erhöht die Produktions- und Zentrierkosten merklich.
Breitere Naben (Flanschabstand):
Die effektivste Lösung stellt die Vergrößerung der Nabeneinbaubreite dar. Eine Verbreiterung des Speichenflansches erhöht die Steifigkeit signifikant bei einem minimalen Gewichtszuwachs von nur rund 10 Gramm pro Nabe und verursacht keinerlei Mehrkosten.
Empfehlungen für neue Achsstandards
Um leichte, stabile und wirtschaftliche Laufräder zu garantieren, empfehlen sich angepasste Standards. Für den Gravel-Bereich erweist sich der generelle Wechsel von Non-Boost- auf Boost-Naben als ideal. Dadurch steigt die Seitensteifigkeit am Vorderrad um 15,5 Prozent und am Hinterrad um 11,5 Prozent. Bei Mountainbikes wird für das Hinterrad der Umstieg von Boost auf das Superboost-Maß (157 Millimeter) angeraten. Ein 32-Zoll-Superboost-Hinterrad erreicht damit annähernd die gleiche Steifigkeit wie ein herkömmliches 29-Zoll-Boost-Laufrad, ohne dass der Q-Faktor vergrößert werden muss.
Auswirkungen auf weitere Komponenten
Das Riesenmaß betrifft auch die restliche Fahrradarchitektur. Durch die veränderten Hebelverhältnisse bei 32 Zoll reduziert sich die Bremskraft um knapp zehn Prozent, weshalb die Bremsscheiben idealerweise um jeweils eine Größe anwachsen sollten. Zudem verlaufen die Speichen durch den großen Durchmesser gerader, was den Abstand zum Bremssattel verringert und potenziell zu Platzproblemen führt. Nicht zuletzt müssen Rahmen und Gabeln durch längere Kettenstreben und Einbaumaße angepasst werden, was wiederum die Hebelkräfte und Belastungen auf den Steuerrohrbereich und den Gabelschaft spürbar erhöht.
Zum vollständigen Artikel von Newmen geht es hier .
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