
Richterliche Wertanalyse
Schiedsspruch zu Unternehmensanteilen von Scott Sport ist gefallen
Im Februar 2025 entschied das in Paris ansässige, internationale Schiedsgericht für Handelsfragen (ICC) im an Ostern 2024 eskalierten Streit zwischen der Youngone Corporation und dem langjährigen Scott-Sports-CEO Beat Zaugg zugunsten des koreanischen Mehrheitsaktionärs. Diesem wurde eine Option auf den Kauf der in Zauggs Besitz verbliebenen 47 Prozent der Aktien am Sportkonzern mit Sitz im freiburgischen Givisiez eingeräumt. Die Youngone Corporation machte klar, dass sie von dieser Option Gebrauch zu machen gedenke, velobiz.de berichtete . Der genaue Wert des Aktienpakets von Zaugg sollte nach einem festgelegten Verfahren berechnet werden - was nochmals Raum für Meinungsverschiedenheiten bot.
Mitte November 2025 ließ das ICC den beiden Parteien eine Einschätzung für den Wert dieses Aktienpakets zukommen. Demnach wurde der Wert der insgesamt 5.837 Millionen Scott Sports-Aktien in Zauggs Besitz auf CHF 19,09 Millionen veranschlagt. Die Youngone Corporation hat auf Grund dieses Entscheids entschieden, 75 Prozent der Aktien von Beat Zaugg für CHF 14.32 Millionen zu kaufen, während 25 Prozent in treuhänderische Verwahrung gegeben werden. Zu welchem Preis die Youngone Corporation diese verbliebenen Aktien kaufen wird, lassen die Koreaner noch offen. Unter Einbezug dieser Aktien steigt der Anteil der Youngone Corporation an Scott Sports auf 96,71 Prozent.
Nachdem bereits verschiedene Hersteller gezwungen waren, den Wert ihrer Unternehmen wegen hoher Lagerbestände deutlich tiefer einzuschätzen, lässt nun auch der Entscheid des Schiedsgerichts zum Wert des Aktienpakets von Beat Zaugg tief blicken. Denn als Zaugg 2015 genau 50,01 Prozent der Aktien von Scott Sports verkaufte, hatten die Südkoreaner noch EUR 128 Millionen für dieses Paket bezahlt. Somit lag der Wert aller Aktien bei EUR 255,95 Millionen. Zehn Jahre später wurde nun der Wert von 47 Prozent der Anteile noch auf etwas über EUR 20 Millionen geschätzt, was den Wert aller Anteile auf EUR 44,12 Millionen bringt.
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