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Bei angespannter Konsumstimmung

Sportbekleidung ist ein Wachstumsmotor im Textilmarkt

Der Markt für Mode und Accessoires ist weiterhin von Herausforderungen geprägt. Konsumentinnen und Konsumenten tätigen ihre Ausgaben sehr bewusst. In diesem Umfeld konnte Sportbekleidung sich gut entwickeln, wie der neue Branchenbericht Fashion von IFH KÖLN und der BBE-Handelsberatung zeigt.

Die Konsumstimmung in Deutschland bleibt weiter angespannt. In diesem Umfeld konnte sich der Markt für Fashion & Accessoires insgesamt stabil entwickeln, wie aus der aktuellen Studie von IFH Köln und BBE herauszulesen ist. Im Jahr 2025 erreichte er ein Marktvolumen von 58,5 Milliarden Euro und wuchs damit erneut leicht gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsimpulse gingen zuletzt insbesondere von Sportbekleidung aus mit einem Wachstum von 4,8%. Das ist laut Studie das höchste durchschnittliche jährliche Wachstum seit 2019 unter allen Warengruppen. „Neben funktionalen Eigenschaften profitieren sportliche Produkte vor allem von ihrem Image, das für Aktivität, Gesundheit und einen naturnahen Lebensstil steht“, heißt es dazu von IFH Köln.
Auch Berufsbekleidung entwickelte sich positiv und legte zwischen 2019 und 2025 jährlich um durchschnittlich 1,9 Prozent zu. Gründe hierfür sind unter anderem funktionale und „professionelle“ Styles, die zunehmend auch im privaten Umfeld getragen werden, etwa bei Schuhen. Dagegen verliert Kinderbekleidung weiter an Bedeutung: Sinkende Geburtenzahlen wirken sich spürbar auf die Nachfrage aus und führen zu rückläufigen Umsätzen.

KI-Beratung beim Modekauf

Bereits heute nutzen 35 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten KI-Chatbots häufiger als klassische Suchmaschinen oder Plattformen. Künstliche Intelligenz dürfte damit auch im Modekauf künftig eine wachsende Rolle spielen. Schon jetzt ermöglichen KI-gestützte Systeme ganzheitliche Beratungslösungen – von der Stilberatung über Produktauswahl bis hin zu virtuellen Anproben – und erhöhen damit den Wettbewerbsdruck, insbesondere für stationäre Händler. Zudem befindet sich ein langanhaltender Trend der Branche rund um Casual- und Sportstyles aktuell im Umbruch und verschiebt sich in Richtung „Smart Casual“.

„Casual- und Sportstyles sind nicht rückläufig, verändern sich aber deutlich. Fehlender Individualität in Outfits wird zunehmend durch bewussteres Kombinieren und gezieltes Styling entgegengewirkt – reiner Komfort reicht vielen Konsument:innen nicht mehr aus. Sneaker werden beispielsweise wieder häufiger durch Loafer oder Ballerinas ersetzt. Das neue Casual ist damit eher ein Smart Casual, wovon insbesondere hochwertigere Sortimentsbereiche wie Accessoires künftig wieder stärker profitieren könnten“, prognostiziert Carina Habke, Projektmanagerin am IFH KÖLN.
Die komplette Studie ist kostenpflichtig und kann im Shop des IFH KÖLN heruntergeladen werden.

20. Mai 2026 von Jürgen Wetzstein

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