2 Minuten Lesedauer
Giant befindet sich weiter auf Wachstumskurs
i

Auseinandersetzung an der Grenze

US-Zollbehörde stellt sich Giant entgegen

Mitte der Woche verkündete die US-Zollbehörde, dass in Taiwan gefertigte Produkte der Giant Group nicht ins Land gelassen werden. Welche Gründe dafür angeführt werden und wie Giant darauf reagiert hat.

Die von der Trump-Administration erlassenen Zölle in der Höhe von 20 Prozent bereiten der Fahrradindustrie in Taiwan bereits viel Kopfzerbrechen. Aber nun kommt es noch dicker, denn die US-Zollbehörde Custom and Border Protection (CBP) ließ am Mittwoch wissen, dass in Taiwan gefertigte Produkte der Giant Group wegen des Verdachts der Ausnutzung von Zwangsarbeit bis auf weiteres nicht ins Land gelassen werden. Konkret wirft die Behörde in ihrer vorläufigen Verfügung zur Festsetzung der Ware der Giant Group vor, den schutzlosen Status ausländischer Kontrakt-Arbeiter auszunutzen, diesen schlechte Unterkünfte und Arbeitsbedingungen zuzumuten, sie in Schuldknechtschaft zu halten, Teile der Löhne zurückzuhalten und sie zu übermäßigen Überstunden zu zwingen.

Durch diese Arbeitsbedingungen könne die Giant Group deutlich günstiger produzieren, was US-amerikanische Produzenten benachteilige, führt das Statement der US-Behörde weiter aus. Darum wurden nun Lieferungen der Giant Group in die Vereinigten Staaten am Zoll im Rahmen einer Festsetzungs-Verordnung (Withhold Release Order) eingefroren. Giant steht nun vor der Wahl, die Güter entweder wieder nach Taiwan zurücksenden oder zerstören zu lassen - oder die Vorwürfe der CBP im Detail zu entkräften. Die US-Behörde kann ihrerseits die vorerst provisorische Verordnung zu einem Beschluss aufwerten, wenn sie weitere Belege für ihre Vorwürfe an die Adresse der Giant Group finden sollte.

Giant reagiert auf Vorwürfe

Die Giant Group macht in einer Pressemitteilung geltend, dass sie bereits 2024 erste Schritte zu einer Verbesserung der Lage ausländischer Kontraktarbeiter unternommen habe: So erstatte sie diesen die Reisekosten, die Kosten für Visa, medizinische Tests und die Ausstellung eines Reisepasses sowie die Gebühren an taiwanesische Vermittler, die laut einer Recherche der englischen Zeitung „The Telegraph“ über drei Jahre hinweg bis zu zwei Monatslöhne betragen können. Zudem gehört die Giant Group zu einer der treibenden Kräfte hinter der Bicycling Alliance for Sustainability (BAS). Deren 82 Mitglieder haben sich einen Verhaltenscodex in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte auferlegt, die sich an der Internationalen Menschenrechts-Charta orientiert.

Im vergangenen Jahr machte der US-Markt laut der Giant Group 9 Prozent ihres Umsatzes aus. Da die Verfügung der CBP laut der Giant Group nur in Taiwan, nicht aber in Vietnam oder China gefertigte Produkte betrifft, reduziert sich dieser Anteil auf 5 Prozent.

25. September 2025 von Laurens van Rooijen

Verknüpfte Firmen abonnieren

Giant Europe B.V.
Nur für Abonnenten
News
Nur für Abonnenten
Kommentare
Nur für Abonnenten
Stellenmarkt
Velobiz Plus
Die Kommentare sind nur
für unsere Abonnenten sichtbar.
Jahres-Abo
115 € pro Jahr
  • 12 Monate Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
  • 10 Ausgaben des exklusiven velobiz.de Magazins
Jetzt freischalten
30-Tage-Zugang
Einmalig 19 €
  • 30 Tage Zugriff auf alle Inhalte von velobiz.de
  • täglicher Newsletter mit Brancheninfos
Jetzt freischalten
Sie sind bereits Abonnent?
Zum Login