
Nachgehakt - Die Meldung hinter der Meldung
Verdacht auf Zwangsarbeit
Die US-Zollbehörde erließ eine sogenannte Withhold Release Order (WRO), die im Grunde besagt, dass Ware von Giant künftig nicht mehr ins Land kommen darf und an der Grenze festgesetzt wird. Das Statement der Behörde erklärt, dass sich das Unternehmen durch Zwangsarbeit einen Wettbewerbsvorteil verschafft habe. Es sehe »hinreichende Anhaltspunkte« für diese Praktiken, für die das Unternehmen nun sanktioniert werde.
Das Problem für Giant: Schon Le Monde Diplomatique hat im Frühjahr die großen taiwanischen Hersteller angeklagt, mit Schuldknechtschaft zu arbeiten, ein System, bei dem Vermittler und die Unternehmen selbst Gehälter kontrollieren und Vermittlungsgebühren für Jobs fällig werden. Gleichzeitig wurden zum Jahresbeginn und davor Maßnahmen ergriffen, um diese Praxis zu beenden.
Betroffen ist nicht nur Giant. Namentlich genannt wurden von Le Monde auch viele andere großen Hersteller, die gleiche oder ähnliche Praktiken ausübten. Diese müssen nun befürchten, womöglich ähnliche Einfuhrbeschränkungen zu erfahren. Doch am härtesten hat es erst einmal Giant getroffen. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Es gibt einen langwierigen, formalen Weg (eine Petition auf Aufhebung), die WRO zu beseitigen. Auch sei aktuell gar keine Ware festgesetzt. Doch der Imageschaden ist jetzt schon da. Nicht nur Giant wird bis zur Auflösung dieser Situation angespannt bleiben.
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