
ADFC-Radreiseanalyse 2025:
Weniger Radreisen, mehr Ausgaben
39,3 Millionen Deutsche, also fast jede und jeder Zweite fahren im Urlaub, auf Radreisen oder in der Freizeit Rad. 3,3 Millionen waren es, die 2025 eine klassische Radreise mit mehr als drei Übernachtungen unternahmen. Das sind 300.000 weniger als in der 2023-er Ausgabe der ADFC-Radreiseanalyse. Sie machten insgesamt 4,6 Millionen Radreisen und übernachteten im Schnitt 7,6 Mal.
Rückläufig sind laut ADFC auch die Radkurzreisen mit ein bis zwei Übernachtungen. Statt 5 Millionen Menschen 2023 ließ die repräsentative Umfrage, an der 17300 Menschen teilnahmen, nur auf 4,2 Millionen Menschen in 2025 schließen. Insgesamt gab es 7,6 Millionen Radkurzreisen, für die Mai und Juni am höchsten im Kurs standen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Tagesausflüge. 34 Millionen Menschen unternahmen zuletzt insgesamt 361 Millionen von diesen Freizeitaktivitäten, im Vergleich zu 455 Millionen 2023.
Öfter nutzten Menschen laut ADFC das Fahrrad im Urlaub. 12,7 Millionen Deutsche kommen waren insgesamt 22,8 Millionen Mal mit dem Fahrrad unterwegs. 2023 lag der Wert mit 10,6 Millionen noch deutlich niedriger.
Vielfältige Gründe
Für diese differenzierte Entwicklung hat der ADFC verschiedene Gründe identifiziert. Dazu zählt der Verband etwa wechselhaftes Wetter und Regen im Juli 2025, größerer Wunsch nach Erholungs- und Familienreisen, stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung sowie gestiegene Kosten. Hier müsse angesetzt werden, sagt Christian Tänzler, Radtourismusexperte im ADFC-Bundesvorstand. Es gelte, die Radinfrastruktur sicher zu machen, den Erholungscharakter zu stärken und neue Zielgruppen wie Familien zu erschließen.
Zur Gesamtentwicklung sagt Tänzler: „Deutschland ist ein attraktives Radreiseland mit einem großen Potenzial. Schon jetzt nutzt jeder zweite Erwachsene das Fahrrad im Urlaub oder in der Freizeit. Von denen, die bisher keine Radreisen unternommen haben, können sich immerhin 50 Prozent vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Besonders die Nutzung des Fahrrads im Urlaub ist deutlich gestiegen. Die ADFC-Radreiseanalyse zeigt aber auch, dass die Zahlen bei den klassischen Radreisen, Kurzradreisen und Tagesausflügen zurückgegangen sind. Um hier weiterhin viele Radurlauber anzuziehen, braucht es jetzt gezielte Maßnahmen. Radreisende wünschen sich attraktive, sichere und gut gepflegte Radwege, eine unkomplizierte Anreise mit der Bahn und zielgruppenorientierte Angebote für Familien und Radreise-Einsteiger. Die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung setzt auf einen neuen Schub für den Radverkehr, der jetzt auf allen Ebenen umgesetzt werden muss.“
Die meistbefahrenen Radfernwege
Der Elberadweg, vormals auf Platz 2, konnte in der Befragung die Führung als meistbefahrener Radfernweg übernehmen. Auf 840 erlebnisreichen Kilometern führt der deutsche Teil von der tschechischen Grenze über Dresden bis nach Cuxhaven. Der Weserradweg landet damit nun auf Platz 2, gefolgt vom Ostseeküstenradweg.
Wirtschaftsfaktor Radreisen
Für die Wirtschaft sind Radreisen kein unbedeutender Faktor. Wer mehr als drei Tage unterwegs war, gab zuletzt im Schnitt 133 Euro pro Person und Tag aus. Bei Kurzreisen lag der Wert sogar bei 144 Euro pro Tag und Person, bei Radurlaubern bei 128 Euro und bei Tagesausflüglern bei 34 Euro. Insgesamt stiegen die Ausgaben an, was sich der ADFC unter anderem mit vermehrter Hotelnutzung gegenüber Camping-Plätzen erklärt. Insgesamt lagen die Ausgaben im Radtourismus zwischen 38,7 und 41,8 Milliarden Euro.
Auch der Fachhandel dürfte an Radreisenden seine Freude haben. 29 Prozent nahmen die Radreise zum Anlass, sich neue Ausrüstung zuzulegen. An erster Stelle stand die Fahrradtasche, es folgten Kleidung, Fahrradteile und Reparaturen. Jeder Zehnte, der für die Radreise in Ausrüstung investierte, legte sich zudem ein neues Pedelec zu. Jeder Zwanzigste davon kaufte sich ein Fahrrad ohne Motor. Jeder Zweite nutzt inzwischen ein Pedelec für radtouristische Fahrten, was diese zugänglicher mache.

93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie besonders eine Fahrt in die Natur entspannt und ihnen Erholung bietet. 15,8 Prozent erleben Konflikte mit anderen Ausflüglern. Der ADFC zieht das Fazit: „Radreisen in die Natur sind erholsam und gesund – genau das wünschen sich Radreisende.“
Über die Studie: Seit 1999 findet die Radreiseanalyse des ADFC als bundesweite repräsentative Umfrage zum fahrradtouristischen Markt in Deutschland statt. An der letztjährigen Online-Befragung 17.300 Personen ab 18 Jahren teil, mehr als je zuvor. Die Radreiseanalyse steht auf der Website des ADFC
zum Download
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