
Rekordbeteiligung bei Summit
Women in Cycling Germany setzt ein starkes Zeichen
Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Netzwerk Women in Cycling Germany, eine Initiative der Velo Stiftung vertreten durch Project Lead Amelie Suttner, sowie der Hochschule RheinMain durch Prof. Dr.-Ing. Martina Lohmeier, Professorin für Mobilitätsmanagement und Radverkehr.
In den Masterclasses hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich praxisnah in den Themenfeldern Hersteller, Fachhandel, Fachkräfte, Verwaltung, Leadership, Gründen und Public Speaking weiterzubilden. Der große Zuspruch bei den Teilnehmerinnen und die intensiven Gespräche und Diskussionen unterstrichen die wachsende Relevanz für die gesamte Fahrradbranche. Vernetzung und Austausch über fachliche Themen standen dabei im Vordergrund.
In ihrer Keynote betonte Dr. Christiane Döll (Beigeordnete und Ordnungs- und Klimaschutzdezernentin der Stadt Ingelheim, 2. Stellvertretende Vorsitzende des Städtetags) die Bedeutung von Gestaltungswillen, Mut zu unbequemen Themen sowie Beharrlichkeit und Überzeugungskraft, um Einfluss zu gewinnen und Veränderung nachhaltig voranzutreiben.
Beirat und regionale Hubs
Ein zentrales Ergebnis des Summits ist der Beschluss zur Gründung eines Beirats für Women in Cycling Germany, der die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks künftig begleiten soll.
Gleichzeitig entstehen neue regionale Hubs, unter anderem in Sachsen und Frankfurt/RheinMain, die den Austausch vor Ort stärken und zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten schaffen. Aktuell gibt es bereits Hubs in Berlin, Hamburg, Köln/Rheinland, Stuttgart und München.
Christina Puello (Gründerin Deutsche Dienstrad) betonte die Notwendigkeit von Netzwerken wie Women in Cycling: „Einfluss entsteht durch Relevanz und nicht durch Lautstärke. Netzwerke sind kein Selbstzweck, sondern Infrastruktur: Bei Women in Cycling wollen wir Narrative ändern und große Prozesse in der Branche herbeiführen. Netzwerke wie dieses sind Resonanzräume sowie Wirkungsverstärker und wer keines besitzt, überlässt die Macht den anderen. Der enge Austausch zwischen uns Frauen für gemeinsame Ziele und der Mut zur Zuspitzung wird benötigt, um Wirkung in Politik und unserer Wirtschaft zu erzielen. Gemeinsam entfalten wir eine Kraft und gestalten aktiv die Mobilität von morgen.“
Isabell Eberlein (Geschäftsführerin velokonzept) unterstrich die Wirkungs- und Bedeutungsebene des Netzwerks für Frauen in der Fahrradbranche: „Women in Cycling Germany soll auf mehreren Ebenen wirken. Zum einen geht es um gegenseitiges Empowerment und individuelle Mehrwerte, die jede Frau für sich persönlich und ihr Business aus den Netzwerk-Ressourcen mitnimmt. Gleichzeitig liegt unser Fokus darauf, gemeinsam mit allen Netzwerkerinnen daran zu arbeiten, dass wir als Frauen mehr Einfluss im Fahrradsektor erhalten. Netzwerke sind auch Machtfaktoren und diese dürfen, wollen und müssen wir Frauen noch viel stärker nutzen.”
Einen Ansatz, mehr Menschen, im Speziellen Frauen, aufs Fahrrad zu bringen, bietet das Forschungsprojekt “VELOA - Frauen fürs Radfahren gewinnen”, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Die Projektleiterin Prof. Dr. Angela Francke betonte, dass VELOA genau dort ansetzt, wo bislang noch wenig geforscht wurde: bei den Frauen, die aktuell kaum oder gar nicht Fahrrad fahren. Das 3-jährige Projekt untersucht, warum bestimmte Frauengruppen im Radverkehr unterrepräsentiert sind und wie diese Situation verbessert und in der Radverkehrsplanung berücksichtigt werden kann.
Ein zentrales Fazit des Summits: Einfluss beginnt mit Sichtbarkeit, Verantwortung und dem Mut, aktiv zu werden – getragen von einer starken Community von Frauen, die die Zukunft der Fahrradbranche aktiv gestaltet. Netzwerke sind Machtermöglicher und die Frauen im Fahrradsektor sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.
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