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Report - Verleihangebote

E-Bikes leihen? Eine tolle Erfahrung!

Wie ist man mit einem Leih-E-Bike heute in der Praxis unterwegs? Was hat sich in den letzten Jahren verändert? E-Bike-Spezialist Reiner Kolberg war in Kitzbühel und schildert in einem kurzen Erfahrungsbericht seine Eindrücke.

Schon vor längerer Zeit mahnte mich der langjährige Schweizer Biketec-Geschäftsführer Kurt Schär, dass er keinen Journalisten, der über Elektrovelos schreibe, wirklich ernst nehmen könne, wenn er noch nie selbst mit dem E-Bike im Hochgebirge unterwegs gewesen sei. Dieser Satz verfolgt mich bis heute.

Ab in die Alpen?!

Wenn man wie ich im Rheinland lebt, hat man üblicherweise weder Wanderschuhe noch Skistiefel griffbereit im Schrank oder das Mountainbike in der Garage, um mal eben am Wochenende die Berge zu erkunden.
Trotzdem, oder gerade deshalb, zieht es mich nicht nur zum Skifahren im Winter, sondern immer öfter auch im Sommer in die Alpen. Traumhafte Bergkulissen und sportliche Herausforderungen locken und die Angst vor Überanstrengung nimmt das E-Bike, das natürlich nicht fehlen darf. So wurde im Anschluss an die Eurobike auch gleich das neue Angebot »E-Bike-Woche« von »Frosch Sportreisen« im Sportclub Tyrol Kitzbühel gebucht. Einige Zeit später die ernüchternde Nachricht: Mangels Nachfrage fällt die E-Bike-Woche aus. Auf Nachfrage bekomme ich erläutert, dass eine Teilnahme mit eigenem E-Bike bei den Mountainbike-Touren, die bei den Frosch Gruppenreisen neben Wandern zum täglichen Programm gehören, nicht erwünscht sei. Dann doch noch Aufatmen: Für einen Journalisten macht man eine Ausnahme.

Tolles E-Bike und jede Menge Vorurteile

Dank guter Kontakte in die Branche ist schnell ein E-Mountainbike von Movelo reserviert. Wer die Anfänge des E-Bike-Verleihs in den Bergen kennt, ist von der aktuellen Hardware sicher begeistert. Das Focus Jarifa bietet nicht zuletzt aufgrund des 612 Wh-Akkus eine sehr gute Performance am Berg. Im Test schafft das E-Bike hochgerechnet selbst in der höchsten Unterstützungsstufe locker über 100 km oder 1.600 Hm. Mit voller Motorpower und eigener Leistung am Anschlag ging es beispielsweise die Rennstrecke am Kitzbüheler Horn hoch. 7,1 Kilometer, 865 Höhenmeter, durchschnittliche Steigung 12,5 Prozent. Resultat: 35 Minuten Fahrtzeit und noch rund 65 Prozent Restkapazität im Akku.
Jede Menge Spaß und viele »Karma-Punkte« brachte auch das gemeinsame Fahrerlebnis in der Gruppe mit nichtmotorisierten Mountainbikern. Allein die Ankündigung, so oft wie möglich mit abgeschaltetem Motor fahren zu wollen, verbunden mit dem Angebot das Schlusslicht zu übernehmen und bei Bedarf das Rad zum Tausch anzubieten, hellte die Laune der Gruppe deutlich auf. Obwohl: Die Vorurteile blieben und den Satz »Ab 65 kann ich mir das auch vorstellen …«, bekam ich gleich mehrfach zu hören.
Bis … ja, bis beim zweiten knackigen Anstieg die erste weniger trainierte Teilnehmerin mein Tauschangebot gerne annimmt. Plötzlich ist alles ganz anders: Während sie ganz begeistert ist, trete ich nunmehr dauerhaft ohne Unterstützung, dafür aber mit einem deutlich leichteren Rad in die Pedale. Spätestens als sich das wiederholt und sich eine andere Tourteilnehmerin überschwänglich freut, bin ich als Gruppenmitglied auch bei weiteren Touren voll akzeptiert.

9. Oktober 2016 von Reiner Kolberg
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