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Umzug der Marke nach London:

Endura sagt Schottland Good-bye

Bikewear-Hersteller Endura hat in seiner Geschichte selten eine Chance ausgelassen, seine schottische Identität zu betonen. Doch diese Geschichte ist wohl nun nur noch Geschichte. Die Marke wird künftig von der britischen Mutter Pentland in deren Londoner Zentrale geführt. Der bisherige Produktionsstandort vor den Toren von Edinburgh steht seit kurzem leer.

2019 war velobiz.de noch ins schottische Livingston gereist, einer Stadt zwischen Edinburgh und Glasgow gelegen, um über die damaligen Pläne und Entwicklung des Bikewear-Herstellers zu berichten. Wobei die Bezeichnung Hersteller im Gegensatz zu vielen anderen Bikewear-Marken auch tatsächlich noch zutreffend war. Zwar wurde der größte Teil der Kollektion bereits aus China bezogen, doch alle individuellen Designs in Kleinauflagen wurden hier noch von lokalen Arbeitskräften bedruckt und genäht.

Bikewear-Produktion bei Endura

Weitgehend unbemerkt von der Branchenöffentlichkeit wurden nun bereits im vergangenen Jahr sämtliche Produktionsanlagen des schottischen Standorts versteigert. Inzwischen wurde auch der gesamte Gebäudekomplex in Livingston von Endura geräumt. In einer aktuellen Pressemitteilung der Pentland-Gruppe, die Endura im Frühjahr 2018 von Firmengründer Jim McFarlane übernommen hatte, schreibt die Konzernmutter: „Im Zuge der Veränderungen werden die Marken Berghaus und Endura zu einem schlankeren Produktprozess übergehen, der darauf ausgelegt ist, innovative Produkte schneller und effizienter auf den Markt zu bringen. (…) Als Teil dieser Weiterentwicklung hat Pentland Brands begonnen, Konsultationen mit einer Reihe von Mitarbeitenden an seinen britischen Standorten aufzunehmen. Für einige Positionen ist vorgesehen, an den neuen London Hub in Farringdon zu wechseln. Der Hub bringt Kreativ-, Marken-, Digital- und Vertriebskompetenzen näher zusammen und ermöglicht so mehr Kooperation und Agilität beim Markenaufbau.“

Gegenüber dem britischen Rennrad-Magazin road.cc bestätigt das Unternehmen, dass im Zuge der Neuausrichtung ein vollständiger Ortswechsel von Endura nach London beschlossen worden sei. Den bisherigen Endura-Mitarbeitenden wurde demnach ein Umzug in die englische Hauptstadt angeboten, der aber laut road.cc vielfach abgelehnt worden sei. Unter anderem hat auch die langjährige Pressesprecherin und schwäbische Wahlschottin Katrin McDonald per Ende April ihren Abschied bei Endura angekündigt.

Der aktuellen Entwicklung vorausgegangen waren mehrere Jahre, in denen Endura deutliche Verluste melden musste, wie etwa das britische Magazin Cycling Weekly seinerzeit berichtete. Die anscheinend zwingende Notwendigkeit eines Kurswechsels lässt sich einem Statement von Pentland-CEO Chirag Patel entnehmen: „Wir wissen, dass diese Vorschläge (zum Ortswechsel nach London, Anm.d.Red.) für einige unserer Kolleginnen und Kollegen schwierig sein werden, und wir setzen uns dafür ein, alle während dieser Phase zu unterstützen. Gleichzeitig geht es bei diesen Veränderungen darum, in den langfristigen Erfolg unserer Marken zu investieren – die richtigen Fähigkeiten am richtigen Ort aufzubauen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unser internationales Wachstum fortzusetzen. Sowohl Berghaus als auch Endura entwickeln sich gut: Berghaus wächst weltweit, und Endura kehrt nach einer herausfordernden Phase für die Fahrradbranche zum Wachstum zurück.“

17. Februar 2026 von Markus Fritsch

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