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Towards Tomorrow Convention

Gelungener Auftakt für neues Branchenformat

Die erstmals stattfindende Towards Tomorrow Convention setzte in Berlin fort, was schon der Vorgänger Vivavelo als Ziel verfolgte: die wichtigsten Branchenthemen vorantreiben, den Dialog in der Branche fördern und auch den Kontakt zur Politik ausbauen.

Wenn die drei Verbände ZIV, Zukunft Fahrrad und VSF laden, dann findet natürlich regelmäßig die erste Liga der Fahrradbranche zusammen. So war es auch dieses Mal. Rund 250 Fachleute besuchten das neue Branchenformat in Berlin. Zentrale Themen waren Marktwachstum und die Erschließung neuer Käuferschichten.

Am gestrigen 5. November 2026 richteten der Verbund Service und Fahrrad (VSF), ZIV – Die Fahrradindustrie sowie Zukunft Fahrrad in Berlin erstmals die „Towards Tomorrow – Cycling Industry Convention“ aus. Die Veranstaltung deckte die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Herstellung über den Handel und die Werkstätten bis hin zu Leasing- und Serviceanbietern.

Neben fachlichen Debatten über den gesamten Tag diskutierten die Verbände am Abend mit Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, und Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, über die künftige verkehrs- und wirtschaftspolitische Ausrichtung.

Die Veranstalter zogen ein positives Fazit der Premiere. Burkhard Stork, Geschäftsführer des ZIV, ordnete die aktuelle Lage ein: „In den letzten 20 Jahren haben wir es nicht immer ausreichend geschafft, neue Zielgruppen wirklich zu erreichen. Wer ohnehin Rad fährt, fährt heute vor allem weiter, oft mit dem E-Bike. Der Anteil des Fahrrads an allen Wegen stagniert. Das ist ein Auftrag an die gesamte Branche, genau die Menschen anzusprechen, die heute noch nicht fahren.“

Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad, betonte die Vernetzung: „Die Fahrradwirtschaft hat gute Zukunftsaussichten, wenn alle an einem Strang ziehen. Herstellung, Leasing und Versicherung, Gebrauchtmarkt und der Handel mit Werkstatt und Service sind eng verwoben. Diese Beziehungen müssen allen bewusst sein, um Potenziale für Optimierungen und Wachstum zu heben. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Hebel, der aber erst dann richtig wirken kann, wenn alle mitmachen.“

VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll stellte den Kundendienst heraus: „Der Service war das große Thema dieses Tages, und das zu Recht: Im Handel und in der Werkstatt entscheidet sich, ob Menschen aufs Fahrrad steigen und dabeibleiben. Wir müssen Werkstatt und Verkauf gemeinsam planen, Abläufe digitalisieren und in Fachkräfte investieren. Dafür brauchen wir die Mitarbeit und Unterstützung aller Marktbeteiligten.“

Umfassendes Rahmenprogramm zu drängenden Themen

In zahlreichen Panels und Deep Dives besprachen und analysierten die Teilnehmer konkrete Handlungsfelder. Dazu gehören die Gewinnung neuer Zielgruppen durch frühe Fahrradsozialisation, verbesserte Sicherheit und die gezielte Ansprache von Personen, die bislang nicht Rad fahren. Dabei wurde klar, dass etwa über die Infrastruktur hinaus nicht alles unmittelbar in der Hand der Branche liegt.

Entsprechend fordert die Industrie politische Unterstützung beim Infrastrukturausbau. Ebenfalls hilfreich wäre eine Wirtschaftspolitik, die vor unfairem Wettbewerb und illegalen Produkten schützt, um gesündere Gesellschaftsstrukturen und lebenswertere Städte zu fördern.

Zudem rückt der Gebrauchtmarkt als nutzerfreundliche Ergänzung zum Neuverkauf stärker in den Fokus der Beteiligten. Regulatorisch will die Branche den Status des elektrisch unterstützten Rades schützen und eine gemeinsame Definition für das Epac erarbeiten. Parallel sollen Service und Werkstätten weiter optimiert werden.
Ein Ausstellungsbereich begleitete das Kongressprogramm. Partner und Sponsoren wie Rose, Schwalbe, Abus, Busch+Müller, Ergotec, GLS Bank, Jobrad, Linexo by Wertgarantie, Ortlieb und SKS Germany machten die Branche vor Ort erlebbar.

Dominique Lellek, CMO von Alteos, resümierte: „Towards Tomorrow zeigt, wie sehr sich die Fahrradwirtschaft gerade neu sortiert, zwischen Leasing, Gebrauchtmarkt und neuen Vertriebswegen. Für Alteos ist das ein klares Signal, dass wir weiterhin eng als Branche in den kommenden Jahren zusammenarbeiten müssen, um kundenzentrierte Angebote zu schaffen.” Christopher Kampshoff, CEO von Assona, ergänzte: „Guter Service gelingt, wenn die digitalen Abläufe zwischen Handel, Leasing und Versicherung ineinandergreifen. Die Convention war ein starker Auftakt und hat genau diese Perspektiven zusammengebracht. Das stimmt uns zuversichtlich, dass die Branche auf dem richtigen Weg ist.“

Gelungener Rahmen für notwendigen Austausch

Für die Fachbesucher und Fachbesucherinnen stand aber wohl der Austausch mit alten und neuen Bekannten und Branchenbegleitern ebenso im Vordergrund. Dafür bot das Format einen perfekten Rahmen. Es gab ausreichend Zeit, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen, und auch manche Information wechselte die Seiten, die eben nur im Branchen-Flurfunk zu haben ist.

In Summe wurde einmal mehr klar, dass diese Branche kein bisschen müde ist und auch in den wirtschaftlichen Nöten ihren Biss nicht verloren hat. Das ist auch notwendig, denn auch das wurde wieder einmal klar: Es gibt noch unendlich viel zu tun, um das Produkt Fahrrad und alle Aspekte darum herum zu voller Blüte zu bringen und alle vorhandenen Potenziale freizusetzen.

Heute um 10:48 von Daniel Hrkac

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