Wissenschaftlicher rechnet aus:
Helmpflicht für Radfahrer richtet gesamtwirtschaftlichen Schaden an
Eine generelle Helmpflicht richtet mehr Schaden an, als dass sie nutzt.
Um einem Aufschrei der Helmbefürworter zuvor zukommen: Freilich stellt auch Sieg den Sinn eines Fahrradhelmes für den einzelnen Radfahrer nicht in Frage, wie der Wissenschaftler auch gegenüber der Münstersche Zeitung bekräftigt. In seiner Studie geht es vielmehr um die volkswirtschaftliche Betrachtung einer verbindlichen Regelung für alle Radfahrer.
Verschiedene Auswirkungen hat Sieg in komplexe mathematische Gleichung für eine Nutzen-/Kosten-Analyse gepackt, die komplett auf der Website der
Muenstersche Zeitung
zum kostenlosen Download bereit steht.
Die Modellberechnungen sind freilich für den Laien schwer nachzuvollziehen. Da geht es beispielsweise um die Gesundheitskosten: Die sinken bei einer Helmpflicht aufgrund einer geringeren Zahl von Kopfverletzungen. Aber es gibt auch andere Effekte, die hier diesen Gewinn wieder aufzehren: z.B. weil viele Menschen bei einer Helmpflicht vom Rad wieder aufs Auto umsteigen werden und somit beispielsweise die Zahl der Herz-Kreislauferkrankungen ansteigen lässt.
Nur ein Beispiel, wie Kosten und Nutzen von der Wissenschaft hier gegenüber gestellt werden. Wichtig für den Volkswirtschaftler jedoch, was unter dem Strich bei der Rechnung herauskommt. Und hier kommt Professor Sieg zu einem eindeutigen Ergebnis: Den gesamtwirtschaftlichen Verlust quantifiziert er mit 278 Mio. EUR pro Jahr.
Der Verkehrswissenschaftler nennt in seiner Studie auch Alternativen zur Helmpflicht und fordert das Radfahren insgesamt sicherer zu machen, z.B. durch bessere Fahrradinfrastruktur oder besserer Überwachung des Verkehrs.
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